Herbst 2002
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Rubrik: Transatlantische Aktivitäten


How to turn brain-drain into brain-gain.
Chancen und Potenziale des Netzwerkes ASciNA für die österreichische Wirtschaft.

von Jutta Kern, dzt. Office of Science & Technology, Washington DC - OST

Die Gründungskonferenz des Vereines ASciNA Ende Mai 2002 war Anlass, um die Netzwerk-Aktivitäten der österreichischen ForscherInnen in Nordamerika sozialwissenschaftlich zu beleuchten. Im besonderen wurde die Frage erörtert, wie ASciNA und die österreichische Wirtschaft gegenseitig voneinander profitieren können. Nach einer Kurzzusamenfassung der Studie in „News for ASciNA“ werden die Ergebnisse mittels "Voices" nun auch an die österreichische interessierte Öffentlichkeit zurück gespielt.

Stellenwert und Reichweite der Untersuchung

Die Studie lotet Potenzialfelder von ASciNA als Anknüpfungspunkte für strategische Kooperationsmöglichkeiten mit der österreichischen Wirtschaft aus. Dazu wurden zuerst die spezifischen Charakteristika des Netzwerkes ASciNA analysiert, um das ‘Besondere’ an ASciNA (sozusagen die unique selling proposition) besser verstehen zu können. Aufbauend darauf erfolgte eine Einschätzung hinsichtlich der praxisrelevanten Nutzungsmöglichkeiten.

Die Untersuchung hatte nicht das Ziel, herauszufinden wie der schnellste “return on investment” bei diesem Netzwerk gefunden werden kann. Wenn hier von der “österreichischen Wirtschaft” gesprochen wird, so ist dies im Sinne einer Nationalökonomie gemeint (d.h. geht über einzelne Betriebswirtschaften hinaus): Auch positiv zu erwartende impacts auf die österreichische Wirtschaft, wie etwa ein Zuwachs an Expertise durch wieder nach Österreich zurückkehrende WissenschafterInnen wird erfasst, obwohl der “Nutzen” nicht in konkreten Erträgen bezifferbar sein wird. Weiters impliziert dies, dass der non-profit Bereich eine wesentliche Rolle spielt und hier wiederum insbesondere der backflow in das österreichische Wissenschafts- und Bildungssystem zu beachten sein wird.

Wenn in Zusammenhang mit ASciNA von Potenzialen für die österreichische Wirtschaft gesprochen wird, so sollte weiters präzisiert werden, dass hauptsächlich von Potenzialen für den Forschungs-, Technologie und Entwicklungsbereich der österreichischen Wirtschaft die Rede ist. Daher sollte davon gesprochen werden, welche Potenziale ASciNA insgesamt für das nationale österreichische Innovationssystem und in Folge für die “österreichische Wirtschaft” als solcher bringt.


Die ASciNA-Studie als Intervention

Die hier aufgezeigten Charakteristika und Potenziale von ASciNA sind Ergebnis einer abstrahierenden und zusammenfassenden Analyse und nicht etwa Gegenstand eines Positionspapieres, das von oder für ASciNA entworfen wurde. Viele der beschriebenen Charakteristika und Potenziale wurden von ASciNA selbst wahrscheinlich noch nicht in dieser Form überlegt. Datenbasis war unter anderem ein Arbeitskreis zum Thema der Studie auf der Gründungskonferenz von ASciNA.
Die Studie beinhaltet auch Überlegungen zu den Organisationsstrukturen von ASciNA. Der Verein bzw das Netzwerk ASciNA steht in der ersten Konsolidierungsphase und viele Strukturen und Regeln sind noch nicht gefunden. Ausgesprochen oder unbewusst werden die derzeitigen ProtagonistInnen von ASciNA diesem Unterfangen eine Struktur verleihen und wesentliche Entscheidungen treffen, die auch das Verhältnis von ASciNA zu seinen relevanten Umwelten (wie der österreichischen Wirtschaft) definiert. Diese Entscheidungen können in Richtung innovationsfördernder oder -hemmender Faktoren ausfallen, und werden jedenfalls eine Balance zwischen beiden finden müssen. Dafür zeigt diese Studie
an zentralen Stellen verschiedene Möglichkeiten der Entscheidung für ASciNA auf - ohne das mögliche Ergebnis zu determinieren.

Insofern können die Ergebnisse ein Stück weit auch zu einer Verdeutlichung des derzeitigen Standes des Netzwerkes und von Entwicklungsperspektiven beitragen. ASciNA wird ein wenig der Spiegel vorgehalten und so die Chance zur Reflexion gegeben: Kann ASciNA sich mit dem Bild identifizieren und in welchen Kleidern möchte ASciNA sich in Zukunft präsentieren?

ASciNA’s Potenziale für die österreichische Wirtschaft wurden wie folgt ausgelotet:

  • Zum einen werden jene Potenziale ASciNAs analysiert, um selbst innovationsfähig zu sein,
  • zum anderen welche Position ASciNA im österreichischen nationalen Innovationssystem einnehmen kann und daraus folgend,
  • welchen Beitrag ASciNA innerhalb einer strategischen Partnerschaft mit der österreichischen Wirtschaft leisten könnte.

Der Stellenwert der Untersuchung ist damit doppelt reflexiv - in obiger Metapher weitergesprochen heisst dies:
ASciNA muss über das prinzipielle Erscheinungsbild schon selber entscheiden. Welche Kleider ausgewählt werden, hängt aber auch davon ab, welche Garderobe angeboten wird.


Zusammengefasste Ergebnisse

Der Wissenspool ASciNA hat als zentrale Charakteristika die Kompetenz zur Interdisziplinären Problemlösung und zur interkulturellen Expertise. Das Netzwerk und der Verein ASciNA bieten die Möglichkeit, die österreichische Wissensmigration nach Nordamerika systematisch mitzuverfolgen. ASciNA bietet eine kollektive Adressierbarkeit der österreichen WissenschafterInnen in Nordamerika und kann daher als Ressource jederzeit genützt werden. Ein vermeintlicher brain drain kann so in einen brain gain verwandelt werden. Dieser brain gain kann genützt werden durch:

  1. gezielte Angebote zur Rückkehr an die Personen, die eine nunmehr um vielfältige Erfahrungen erweiterte Wissensressource darstellen,
  2. durch die Möglichkeit des Zugriffs auf das Netzwerk als kollektive Wissensressource vor Ort in Nordamerika.

Das Funktionieren des Konzeptes des brain gain hat folgende Voraussetzungen:

  • Wechselseitige Information über forschungspolitisch und technologisch relevante Entwicklungen in Österreich/ EU und den USA,
  • das Angebot an attraktiven und relevanten Stellen
  • und ein weitgehend bedingungsfreies Service dieser beiden Bereiche.

ASciNA ist eine Vereinigung, die sich für wissenschaftliche Ziele einsetzt. ASciNA ist am besten durch Interessensvertretungen anzusprechen, da ASciNA selbst ebenfalls eine Interessensvertretung im weitesten Sinne ist. Als bester Weg dafür bietet sich die Möglichkeit der corporate memberships im Verein an.
ASciNA bietet sowohl auf individueller Basis, als auch als Wissenspool von Expertenwissen Potenziale für die österreichische Wirtschaft. Als Nutzen für die österreichische Wirtschaft im Sinne einer möglichen Dienstleistung konnten folgende Bereiche identifiziert werden:

  • Erfahrungen vor Ort in Form einer “informellen Expertise” seitens der österreichische Forschungs-Community in Nordamerika
  • Potenzial zur Erweiterung der Expertise als Beratungsleistung in Standort- und Absatzfragen
  • Rolle als Multiplikator österreichischer Forschungs- und Wirtschaftsinteressen
  • Wegbereitung von Kontakten zu relevanten Institutionen
  • Information über europäische und österreichische Forschungskooperationen
  • die Unterstützung bei ExpertInnentreffen und ExpertInnen- und Studienreisen
  • die Wegbereitung einer Vertrauensbasis für Kooperationen in einer stark auf ‘References’ aufbauenden professionellen amerikanischen Gesellschaft
  • Möglichkeit von best practise Exkursionen/ Analysen (Vergleich U.S. – Österreich/ EU)
  • „Umwegrentabilität“ durch Internationalisierung des österreichischen Bildungswesens:
    • ASciNA als Kontaktnetzwerk für Auslandssemester und Praktika
    • Hilfestellung bei der Anbahnung von Kooperationen zwischen Universitäten
    • ASciNA-RückkehrerInnen als interkulturelle ExpertInnen in Unternehmen und Organisationen
    • Verstärkte Vernetzung mit Institutionen und ExpertInnen in Nordamerika

Aufgrund des Interesses der Allparteilichkeit bietet sich die Schnittstelle des Office of Science & Technology (OST) für den Kontakt österreichischer Unternehmen, Organisationen und anderer Interessenten an. Während die individuellen Aspekte der Ressource ASciNA (bsp. headhunting) beim Verein selbst oder spezifischen Interessensvertretungen verbleiben sollten, empfiehlt es sich, eine Wissensressource, die die kollektiven Aspekte ASciNAs anspricht, neutral zu verwalten und daher beim OST anzusiedeln. Beides ist durch eine Datenbank zu verwirklichen. Jene Datenbank, die ASciNA als Wissenspool anspricht, sollte in der Lage sein, Netzwerke abzubilden.

Der Handlungsbedarf zur erfolgreichen Nutzung der Potenziale wird auch bei der österreichischen Wirtschaft durch die Notwendigkeit zur proaktiven Handhabung ausgemacht. Um eine nachhaltige Nutzung dieser Potenziale zu sichern, bietet die Studie folgende Massnahmen zur Überlegung:

  • Perspektiven und Interessen der österreichischen Wirtschaft: Erhebung der Perspektiven österreichischer Wirtschaftstreibender und deren Erwartungen an ein solches Netzwerk sowie Erhebung bei Interessensvertretungen in Österreich und deren Dependancen in USA und Canada. Analyse von case studies und Identifizierung von möglichen Potenzialen von ASciNA in diesen.
  • Umsetzungsperspektiven: Identifizierung von Zielen, Schlüsselpersonen und strategischen Interessen und möglichen Kooperationsformen. Abhalten von Workshops, Einrichtung von Entwicklungs- und Entscheidungsgremien.
  • Innovationsgremien innerhalb ASciNAs: Entwicklung und Förderung von Gremien zur Sicherstellung „zukünftiger Innovationsfähigkeit“. Strategische Überlegungen zu möglichen Szenarios, wie die “informelle Expertise“ im Sinne einer kollektiven Beratungsfunktion angewendet und formalisiert werden könnte (Potenziale für die österr. Wirtschaft bei der Wissensressource vor Ort). Zukunftsszenarios als ständiges internes Evaluationsinstrument.
  • Daten- und Wissensmanagement: Sicherung und Aufbau der unabhängigen Daten und Informationsplattform beim OST als Schnittstelle und weiterer Ausbau der gezielten Information (Potenziale für die österreichische Wirtschaft durch Information über heimische Innovationslandschaft und gezielte Angebote zur Rückkehr).

Die gesamte Studie steht als Web-Dokument und zum download als pdf-Dokument auf der Homepage des OST zur Verfügung. Ich lade alle Interessierten ein, in einen Dialog zu dieser Studie zu treten!

Dr. Jutta Kern

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Die österreichische Beteiligung am World Space Congress in Houston/ TX

Dieser Beitrag wurde von Mag. Ing. Anton Emsenhuber, J.D., Technologiebeauftragter an der Aussenhandelsstelle Los Angeles der Austrian Trade Commission verfasst und freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Alle 10 Jahre organisiert das American Institute of Aeronautics and Astronautics (AIAA) eine internationale Konferenz, den World Space Congress, mit angeschlossener Messe, kurz SPACE genannt. Die SPACE 2002 fand vom 10. bis 19. Oktober 2002 in Houston, Texas, statt und Österreich war mit dabei.
Knapp 350 Firmen präsentierten Produkte, Technologien und Services rund um den Weltraum.
Die NASA dominierte natürlich die Messe mit großen Modellen von Space-Shuttle sowie der Internationalen Raumstation. Die Messe wurde ihrem internationalen Anspruch gerecht. Indien, welches als Satelliten-Hochstart-Nation immer bedeutender wird, präsentierte auf ihrem Stand 14 Firmen. Die Italiener waren ebenso mit einem großen Gemeinschaftsstand vertreten wie die Briten, die Japaner, die Franzosen und die Volksrepublik China. Auch finnische und schwedische Weltraum-Organisationen hatten Stände eingerichtet.
Die österreichische Aussenhandelsstelle präsentierte sechs österreichische Firmen. Firma Austrian Aerospace zeigte Ihre Expertise in Weltraum-Elektronik, Weltraum-Mechanik und Mehrschicht-Isolationsmaterialien für Weltraum-Einsätze. Firma Siemens Austria demonstrierte ihre Satelliten-Kontrollstations-Software. Die Weltraumtechnologie-Abteilung des ARC Forschungszentrum Seibersdorf zeigte ihren Mikro-Ionen-Antrieb, welcher primär zur Bahnenkorrektur von Satelliten Verwendung finden soll. Die in Graz beheimatete Joanneum Research Forschungsgesellschaft präsentierte ihre Multimedia-Satellitenkommunikations-Systeme. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften zeigte ihre Palette an weltraumbezogenen Forschungsprojekten und Firma Magna Steyr demonstrierte ihre Tieftemperatur-Subsystem-Expertise.

Bundesminister a.D. Peter Jankowitsch, Ehrenvorsitzender der Austrian Space Agency, besuchte den Österreichstand ebenso wie Prof. Riedler, der österreichische „Weltraum-Papst“. Erstaunlich war, wie viele österreichische Wissenschaftler den Weg zum Kongress fanden. Selbst österreichische Architekten schaffen den Schritt in den Weltraum. Ein vom Wiener Architekt Thomas Sturm entworfener weltraumtauglicher Laptop-Tisch gewann einen Design-Wettbewerb und wird Mitte nächsten Jahres an Bord der Shuttle-Weltraumfähre in die Erdumlaufbahn geschossen werden.

Was die Weltraumindustrie-Konjunktur betrifft, so sieht man – nach einem katastrophalen Jahr 2001 – wieder einen Silberstreifen am Horizont. Die Telekommunikations-Boomjahre (1997 und 1998), zu denen jährlich über 100 geostationäre Nachrichten-Satelliten in den Himmel geschossen wurden, werden aber so rasch nicht wiederkehren. Zu sehr sind den Investoren noch die gescheiterten Projekte Iridium und Globalstar in Erinnerung, die viele Milliarden Dollar in den Sand setzten. Für heuer erwartet die Marktforschungsfirma Teal Group 33 Starts von kommerziellen Satelliten, nächstes Jahr sollen es 31 sein. Damit bewegt man sich auf Größenordnungen der Vorboom-Ära. Die noch vor zwei Jahren vorausgesagte Breitband-Revolution wird nicht stattfinden. Stattdessen werden Breitbandkanäle graduell zu den existierenden Kanälen hinzukommen.
A.Emsenhuber, Austrian Trade Commission



Koooperationsanbahnung: Schweizer Regierung lud ehemalige AAAS Fellows zu Gesprächen in Fragen der Forschungs- und Technologiepolitik


Die Schweizer Regierung hat sechs ehemalige Fellows des Science and Technology Policy Fellowship Programs der AAAS (American Association for the Advancement of Science, die weltweit größte Lobbying Vereinigung für die Wissenschaften) Ende November zu Gesprächen eingeladen.
Neben der Anbahnung neuer Kooperationen von schweizer Einrichtungen mit führenden amerikanischen Universitäten und Labors war es auch Ziel der Reise, mehr über das in den U.S.A. praktizierte System der Förderung von Forschung und Technologie zu erfahren.
Begleitet wurde die Delegation von Joanne Carney, Direktorin des AAAS Center for Science, Technology, and Congress und Flavia Schlegel, der Schweizer Counselor für Science and Technology für U.S.A./ Kanada an der Schweizer Botschaft in Washington, DC.
Im Zuge dieses einwöchigen ExpertInnenaufenthalt fanden Gespräche mit Schweizer ExpertInnen aus dem privaten und öffentlichen Sektor der Forschungs- und Technologiepolitik statt. Eine Gastinstitution im Rahmen des Aufenthaltes war u.a. das Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique (CSEM) in Neuchãtel, welches auf industrielle Anwendungen in den Bereichen Nanotechnologie und Informationssysteme spezialisiert ist. Joseph Michels, Director for Research Initiatives des Materials Institute der Princeton University und früherer American Physical Society Congressional fellow im AAAS Programm kann sich diverse Synergieeffekte der beiden Institute vorstellen.
Ein zweitägiger Workshop an der Universtität Luzern war hauptsächlich dem Dialog über die Forschungspolitik im Bereich der embyonalen Stammzellen gewidmet. Im Rahmen dieser Science & Society-Konferenz `Stammzellenforschung` des Instituts für Kommunikation und Kultur (IKK) der Universität Luzern gab Finley Austin, Direktor für Public Policy des schweizer Pharmakonzerns Roche und ebenfalls ehemaliger AAAS Fellow einen historischen Überblick zur U.S. Stammzellen-Forschungspolitik.
Den Berichten der AAAS ist zu entnehmen, dass insbesondere der Delegationsangehörige Russell Moy, National Academies' Board on Science, Technology, and Economic Policy die vielfältige Zusammensetzung der TeilnehmerInnen an diesem Workshop und die dadurch bereicherte Diskussion geschätzt hätten, da dies bei U.S. Konferenzen üblicherweise nicht der Fall wäre.


Bericht der AAAS: Swiss Invite Former AAAS Fellows For Visit Focused on Science Policy


Aktivitäten im Netzwerk der Austrian Scientists & Scholars in North America (ASciNA)

Generalversammlung des Kapitels ASCINA Pacific South am 28. September 2002 und Etablierung von Arbeitskreisen

Am 28. September 2002 fand in der Residenz des Österreichischen Generalkonsuls in Los Angeles die erste ordentliche Generalversammlung des Kapitels ASCINA Pacific South statt. Die sehr gelungene und von mehr als 50 Personen besuchte Veranstaltung wurde durch einleitende Worte des Gastgebers, Generalkonsul Mag. Peter Launsky-Tieffenthal, des interimistischen Vorstandes, Florian Gstrein, des Österreichischen Botschafters in den USA, Dr. Peter Moser, und des Wissenschaftsattachés, Dr. Philipp Steger, eröffnet. In ihren Reden wiesen alle Sprecher auf die bedeutende Rolle, die ASCINA bei der Vernetzung österreichischer WissenschafterInnen in den USA haben könne und den möglichen Einfluss auf die österreichische Wissenschaftspolitik hin.
Ein Hauptpunkt der Veranstaltung war die Wahl des Vorstandes des Kapitels ASCINA Pacific South. DI Florian Gstrein wurde zum Vorstand gewählt, Prof. Robert Schiestl und Dr. Axel Brait wurden zu seinen Stellvertretern bestellt.
Zukünftige Aktionen des Vereins wurden in Arbeitskreisen diskutiert, wobei der Schwerpunkt auf drei Kerngebiete gelegt wurde. Florian Gstrein hat freundlicherweise die Protokolle aus den Arbeitskreisen zur Verfügung gestellt und freut sich über Feedback und Anregungen zu den Arbeitskreisen!. Ein executive summary der jeweiligen Workshops steht als pdf-file zum download zur Verfügung.

  • Workshop I ‘Science & Entrepreneurial Development’ (pdf) wurde von Prof. Robert Schiestl (UCLA Medical School) moderiert. Die Diskussion beschäftigte sich mit Aspekten, die bei der Firmengründung duch Wissenschafter, bei der Patentierung oder Lizensierung wissenschaftlicher Ideen und beim Aufstellen von corporate funding von Bedeutung sind. Im Laufe der Diskussion stellte sich heraus, dass sich in den Reihen von ASCINA Pacifc South Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft von beachtlichem Renomme befinden, welche die im Arbeitskreis diskutierten Konzepte jungen ASCINA Mitgliedern vermitteln können. Am 2. November findet eine erste informelle Veranstaltung statt, die sich diesem Themenkreis widmen wird.
  • Workshop II „Austrian Emigrant Scientists“ (pdf) hat Dr. Christoph Sonnlechner (UCLA Department of History) moderiert. Es wurde entschieden, die historische Verantwortung wahrzunehmen und Kontakt mit österreichischen Wissenschaftern, die während und kurz nach dem Naziregime das Land verlassen mussten, aufzunehmen. Botschafter Dr. Moser und Lynn Reitnouer, ein Trustee der University of California at Santa Barbara, kennen eine Reihe prominenter Wissenschafter mit Österreich Bezug, die entweder selbst in die USA emigrierten oder sich wissenschaftlich mit dieser Problematik auseinandersetzen. Es wurde geplant, einen wissenschaftlichen Beirat zu diesem Thema zu bilden, andere Gruppen innerhalb ASCINAs und amerikanische Organisationen in diese Arbeiten einzubinden, und ein Symposium zu diesem Thema zu veranstalten.
  • Workshop III befasste sich mit dem Thema „Mentorship Program“ (pdf) und wurde von Dr. Axel Brait (Calhoun Vision Inc.) moderiert. ASCINA soll im wesentlichen Kontakte zwischen etablierten österreichischen WissenschafterInnen in Nordamerika und WissenschafterInnen, die einen solchen Aufenthalt planen, knüpfen helfen. Zusätzlich sollten Wissenschafter, die wieder nach Österreich zurückgekehrt sind in dieses Programm eingebunden werden. Für die soziale Betreuung strebt ASCINA Pacific South auch Kontakte zum Austrian American Council an. Eine Datenbank, die österreichische WissenschafterInnen in Nordamerika erfasst, und eine Homepage, die vom Office of Science and Technologybetreut wird, sollen dabei erste Anknüpfungspunkte bieten.
    Die Versammlung wurde durch eine Rede des österreichischen Handelsdelegierten in Los Angles, Mag. Hans-Christian Kügerl abgeschlossen, der auf die besondere Bedeutung einer Zusammenarbeit österreichischer WissenschafterInnen in den USA mit der österreichischen und amerikanischen Wirtschaft hinwies.

Treffen des Kapitels ASCINA Pacific North in Palo Alto am 27. September 2002
Das erste ASCINA treffen in der Bay Area im Herbst fand am 27. September in Palo Alto statt. Philipp Steger vom OST in Washigton DC war extra für die ASCINA Veranstaltung nach Palo Alto gekommen und referierte über das Potential von ASCINA als österreichische und internationale Organisation österreichischer WissenschafterInnen.

Mit 24 TeilnehmerInnen aus allen Fachbereichen und Institutionen in der Bay Area hatten wir ein sehr breites Spektrum. Das OST hatte zu einem Essen in ein europäisches Lokal eingeladen, was sicher auch zum Erfolg des Abends beitrug. Im Zentrum stand aber die ganz klare Bereitschaft einer grossen Zahl von Anwesenden, sich aktiv für ASCINA einzusetzen und in unterschiedlichsten Bereichen beizutragen.

Eine kleinere Gruppe saß noch lange nach Ende der Veranstaltung zusammen und definierte einige wichtige Punkte die der Aufmerksamkeit bedürfen: Ausbau der ASCINA Website, Zugang zu Serviceleistungen, Zusammenarbeit bei der Durchführung von Veranstaltungen und der Information aller Mitglieder. In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass Florian Brody in Gesprächen mit Florian Gstrein von ASCINA Pacific South beschloss, die in Los Angeles geplanten Veranstaltungen zu den Themen Wissenschafter in der Emigration und Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam oder parallel durchzuführen. Die inhaltliche und organisatorische Unterstützung durch das OST ist für ASCINA speziell in der Anfangsphase von grosser Wichtigkeit; wir haben uns daher über den Besuch von Philipp Steger besonders gefreut.

Die nächste Veranstaltung von ASCINA Pacific North wird voraussichtlich am 8. November an der UC Berkeley stattfinden. Wir haben Peter Ertl, PhD UC Berkeley, Chemie, Prof. Karl Aiginger, Professor für Wirtschaftspolitik und Industrieökonomie an der Universität Linz und Industriereferent des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Wien, derzeit Gastprofessor in Stanford und ao. Univ.-Prof. Dr. Richard März, stv. Vorstand des Instituts für Medizinische Chemie, Uni Wien, auf Konferenzbesuch in San Francisco, eingeladen über ihre Fachbereiche aus der Sicht Österreich / USA sowie ihre Erfahrungen in der wissenschaftlichen Arbeit als Österreicher in den USA zu berichten. Für ASciNA Pacific North berichtete
Florian Brody.


Aktitivtäten von ASCINA-Pittsburgh, zusammengefasst von Prof. R. Heinisch

Unter den Aktivitäten der Pittsburgh Gruppe möchte ich drei heraustreichen. In Zusammenarbeit mit dem Center for West European Studies/ EU Center der U.Pittsburgh und ASCINA/ Pittsburgh wurde Dr. Philipp Steger, Österreichischer Wissenschaftsattache zu einem Vortrag zum Thema "Science and Innovation Policy" im Vergleich Europa und USA eingeladen. Der äusserst stimulierende und gutbesuchte Vortrag stiess auf reges Interesse und dauerte entsprechend länger als urspünglich geplant. Unter den ZuhörerInnen befand sich auch der österreichische Konsul Dr. Edgar Braun sowie der bekannte Arzt und Wissenschaftler Dr. Peter Safar. Am Abend des selben Tages fand dann ein informelles Treffen und gemeinsames Abendessen der Pittsburger ASCINA Mitglieder statt, an dem auch Dr. Steger teilnahm. Bei diesem kam es zu einem regen Gedankenaustausch und es bot sich auch eine erste Gelegenheit der Pittsburgher ASCINA Gruppe zu einem gegenseitigen Kennenlernen.

Durch den Vortrag wurden auch drei weitere ÖsterreicherInnen die zufällig von der Veranstaltung gehört hatten, zur Mitarbeit an ASCINA gewonnen. Besonders Dr. Safar soll hier erwähnt werden, der ein einem Rundschreiben an die Pittsburgh ASCINA Mitglieder über die umfangreiche Zusammenarbeit zwischen seinem Institut an der Universität Pittsburgh und österreichischen Institutionen berichtete. Letzlich war ASCINA Pittsburgh auch aktiv, zwei angehende ForscherInnen (eine Juristin, einen Mediziner), die sich zu Interview-Zwecken in Pittsburgh aufhielten, mit Rat und praktischer Hilfe zur Seite zu stehen (Visa Information, Ermöglichung einer Associate Research position, on-campus work, Kontaktvermittlung).

Ein prinzipielles Problem des Kapitel Pennsylvania/Ohio ist, dass es geographisch einerseits recht weitläufig ist, es sich andererseits auf zwei Punke (Pittsburgh und State College/Penn State) konzentriert, die jedoch gut 3-4 Stunden Fahrt auseinander liegen. Ein Austausch zwischen den beiden Zentren war bislang nur auf elektronischem Weg möglich, jedoch wird sich das nach der Wahl (in Vorbereitung) und Konstitution eines ordentlichen Vorstandes ändern.

Introductions: Österreichische ForscherInnen in Nord Amerika

In dieser Rubrik stellen wir österreichische Forscher und ForscherInnen in Nord Amerika anhand eines gleichbleibenden Kurzfragebogens vor.

Peter Oefner, 42 ...
... und Tocher Hannah
Funktion bei ASciNA
Gründungsmitglied des Kapitel Northwest
Dauer des USA-Aufenthaltes
seit September 1993
Wissenschaftsdisziplin und Spezialgebiet, akad.Grade

Dr. univ. med., Universitätsdozent für Bioanalytik am Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Universität Innsbruck.

derzeitige Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung von systembiologischen Arbeitsmethoden, Populationsgenetik, Klonieren von einfachen und quantitativen genetischen Merkmalen,Brust- und Ovarialkrebs, Beschreibung komplexer Reaktionswege

  • Associate Director des Stanford Genome Technology Center,
  • mehrere NIH Grants und Mitglied diverser NIH Study Sections,
  • Mitglied des New York State Panel for Faculty Development,
  • Konsulent und Mitglied von Scientific Advisory Boards einiger US Firmen,
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Österreichischen Genomforschungsprogrammes GENAU,
  • Erfinder von Denaturing High-Performance Liquid Chromatography, einer Methode zum raschen Nachweis von Mutationen, die an mehrere US Frirmen, unter anderen Transgenomic, Varian, und Agilent lizensiert wurde
Institution in USA/
(if appl.:) Forschungsgrant
persönliche Website und Website der Institution
http://insertion.stanford.edu
Was waren Ihre Beweggründe nach Nordamerika zu gehen?
Die Herausforderung, in den USA wissenschaftlich kompetitiv bestehen zu können.
Was müsste erreicht worden sein, damit Sie zum ersten Geburtstag von ASciNA sagen können, "das Engagement hat sich gelohnt"?
Eine klare Definition der Inhalte und Ziele von ASciNA, mittel- bis langfristige Sicherung der finanziellen Mittel, um die Aktivitäten von ASciNA tragen zu können, Einigung über die Vereinsstatuten und freie Wahl der Repräsentanten von ASciNA, Anerkennung durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften
Wodurch unterscheidet sich ASciNA von anderen wissenschaftlichen Vereinigungen?
Was ist für Sie das Besondere an ASciNA?
Eine Beantwortung dieser Fragen ist derzeit nicht möglich, da sich die Gründungsmitglieder von ASciNA erst am Anfang einer Diskussion über Inhalte und Ziele der Organisation befinden. Persönlich hoffe ich, dass ASciNA dazu betragen wird, dass Österreich die Infrastruktur seiner Forschungseinrichtungen verbessert und diese international öffnet, da nur so langfristig der hohe Lebensstandard und die Umwelt- und Kultur-Ressourcen des Landes gesichert werden können.
Welchen Web-Link sollte man/frau sich auf keinen Fall entgehen lassen? http://www.ncbi.nlm.nih.gov/ für all jene, die in der biomedizinischen Forschung tätig sind. Weiters empfehle ich die Web-Links von Nature und Science.
Martin Nowak, 37
Funktion bei ASciNA
--
Dauer des USA-Aufenthaltes
seit 1998
Wissenschaftsdisziplin und Spezialgebiet, akad.Grade

Professor fuer Mathematik, Professor fuer Biologie, Harvard University
Mag.rer.nat, Dr.rer.nat, Vienna

Institution in USA/
(if appl.:) Forschungsgrant
Institute for Advanced Study; Program in Theoretical Biology
persönliche Website und Website der Institution
Was waren Ihre Beweggründe nach Nordamerika zu gehen?
ein interessantes Angebot vom Institut for Advanced Study in Princeton
Was müsste erreicht worden sein, damit Sie zum ersten Geburtstag von ASciNA sagen können, "das Engagement hat sich gelohnt"?
Ich glaube dass es in der österreichischen Wissenschaftspolitik nicht darauf ankommen sollte, die Abwanderung ins Ausland zu verhindern, sondern dass man sich bemühen sollte mit den Abgewanderten in Kontakt zu bleiben und damit ein weltweites Netzwerk österreichischer Forscher aufzubauen. Für USA haben Philipp Steger und seine Mitarbeiter dafür einen ausgezeichneten Grundstein gelegt. Ich möchte Philipp Steger und dem Team des Office of Science and Technology in North America ganz herzlich zum Aufbau dieser phantastischen Webseite und des Forschernetzwerks gratulieren.

Mein eigener Weg ging nach einem Studium der Biochemie und Mathematik an der Universität Wien nach Oxford, dann nach Princeton und nun weiter nach Harvard. Ich habe überall das Gefühl gehabt, zuhause zu sein. Wissenschaft ist international. Das ist auch mein Wunsch für Österreich. Man muss den hervorragenden Institutionen in Österreich mehr ermöglichen, ausländische Wissenschafter anzuziehen. Dafür sollte es spezielle Stipendien geben. Es sollte auch möglich sein, an den Universitäten reine Forschungskarrieren zu verfolgen wie es der Wellcome Trust oder die Royal Society in England ermöglichen. Dort sind das die attraktivsten Posten. In Österreich könnten der Forschungsförderungsfond und die Akademie ähnliche Programme aufbauen.
Besonders interessant finde ich auch Einrichtungen wie das Erwin Schrödinger Institut, das jedes Jahr eine Gruppe internationale Spitzenforscher nach Wien bringt um gewisse Themen auf dem Gebiet der Mathematik und Physik zu untersuchen.
Als ich ein Student in Wien war hatte ich oft das Gefühl ich muss weg. Die spannenden Projekte werden alle im Ausland gemacht. Jetzt weiss ich, das ist falsch. Mit grosser Bewunderung lese ich viele Arbeiten die aus Österreich kommen. Auf meinem eigenen Gebiet, der mathematischen Biologie zum Beispiel hat Österreich ganz hervorragende Beiträge geleistet. Begonnen hat alles mit Peter Schuster, der Karl Sigmund und Günter Wagner (derzeit an der Yale Universität) einsetzte. Der Ball lief weiter zu Josef Hofbauer, Reinhard Bürger, Walter Fontana (immer noch in Santa Fe), Peter Stadler (neuestens in Lepizig) und auch zu mir. Im Journal of Theoretical Biology gab es zu einer Zeit 4 von 20 Editoren aus Österreich. Auf diesem Gebiet sind wir vielleicht fast so gut wie beim Schifahren.

Wodurch unterscheidet sich ASciNA von anderen wissenschaftlichen Vereinigungen?
Was ist für Sie das Besondere an ASciNA?
Welchen Web-Link sollte man/frau sich auf keinen Fall entgehen lassen?

.bundesministerium für bildung, wissenschaft und kultur
. bundesmonisterium für auswärtige angelegenheiten . bundesministerium für verkehr, innovation und technologie.
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31.10.2002
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