Inform@ion
for Austrian Research & Science Abroad
Newsletter March 2003
Österreichische Forschung in Nordamerika
Introductions
Netzwerk-Aktivitäten
  • Roland Vogl zu neueren Entwicklungen im U.S.amerikanischen Urheberrecht
  • Vortrag Kohl/ Lörting: Ozone Depletion and Global Environmental Change. Präsentiert von Office of Science & Technology und Österreichisches Kulturforum Washington präsentieren
  • Treffen am Austrian Cultural Forum/ New York
Introductions

Ingrid Kohl, 33

Netzwerk
aktiv in der Boston-Gruppe
Dauer des USA-Aufenthaltes Oktober 2001 bis September 2003
Wissenschaftsdisziplin, Spezialgebiet, akad.Grade Dr. Mag. rer. nat.
Chemie und Physik von Eis
Atmosphärenchemie: heterogene Reaktionen an Aerosolen
Institution in USA/
(if appl.:) Forschungsgrant
Massachusetts Institute of Technology, Department of Earth, Atmospheric and Planetary Sciences
Erwin Schrödinger Auslandsstipendium
persönliche Website u. Website der Institution web.mit.edu/inkohl/www/
www-paoc.mit.edu/paoc/people/person.asp?position=Postdoc&who=kohl
www-eaps.mit.edu/
Was waren Ihre Beweggründe nach Nordamerika zu gehen? Schon als Studentin war für mich klar, dass ich nach Abschluss meines Doktorats in den USA einen Forschungsaufenthalt absolvieren möchte. Unbestreitbar sind die USA eine weltdominierende Nation, nicht nur im Bereich der Wissenschaften, sondern auch weltpolitisch, wie gerade in diesen Tagen wieder deutlich wird, und ich wollte wissen, woher diese Vorrangstellung kommt.
Die Auswahl einer passenden Arbeitsgruppe war schwierig: ich wollte etwas Neues lernen und nicht geradlinig an das Thema meiner bisherigen Forschung anschließen und mich auf diese Weise weiterentwickeln. Ich wollte auch das Flair und die Arbeitsweise an einer großen renommierten Forschungsinstitution erleben.
Was ich hier gefunden habe und als enorm inspirierend und weitertreibend empfinde ist folgendes: nicht schnell ist etwas zu schwierig, zu umständlich, zu gewagt oder zu riskant.
Was müsste durch das Netzwerk erreicht worden sein, damit Sie sagen können, "das Engagement hat sich gelohnt"? Das Netzwerk ist für mich vor allem auch ein sozialer Verein. Jede/er Studentin/ent/Postgraduatierte/er sollte darüber Bescheid wissen und schon vor Antritt des Auslandsaufenthaltes in dieser Gruppe aufgefangen werden. So soll alles Wissenswerte innerhalb der Gruppe weitervermittelt und das Rad sozusagen nicht immer neu erfunden werden. Das wird den zukünftigen Forscherinnen und Forschern ihren Anfang in der neuen Umgebung wesentlich erleichtern und die Starthilfe sein, die mir gefehlt hat. Vergleichbares wünsche ich mir auch für Heimkehrer. Das Netzwerk bringt österreichische Wissenschafter zusammen, die in Nordamerika forschen, das sollte sich noch erweitern auf jene, die Ihren Auslandsaufenthalt schon hinter sich haben.
Was ist für Sie das Besondere an einem Netzwerk österr. ForscherInnen in Nordamerika? Wodurch unterscheidet es sich von wissenschaftlichen Vereinigungen? Das Netzwerk hat nichts mit einer bestimmten Wissenschaftsdisziplin zu tun, es vereint Forscher aller Disziplinen, die eines gemeinsam haben: sie kommen aus Österreich und sind bzw. waren in Nordamerika als Forscher. Ich erlebe diese Gruppe als horizonterweiternd. Man hat die Möglichkeit, seine Arbeit nicht nur dem eigenen Fachkreis, sondern einem breiteren Publikum zu vermitteln und selber gewinnt man Einblicke in die unterschiedlichsten Themen. Das Netzwerk vereint auch die österreichische Forschungslandschaft, man erhält Eindrücke aus verschiedenen österreichischen Forschungseinrichtungen.
Welchen Web-Link sollte man/frau sich auf keinen Fall entgehen lassen? Bilder von Schneekristallen
Über Wasser
Basics of the Atmosphere
Ask a Scientist

Roland Vogl, 29

Netzwerk
Greater San Francisco
Dauer des USA-Aufenthaltes September 1999 - ?
Wissenschaftsdisziplin, Spezialgebiet, akad.Grade Rechtswissenschaften, Internationales Immaterialgüterrecht, Internet Commerce, ‘Law, Science and Technology’ (Dr.iur., J.S.M.(Stanford), Esq.(als Rechtsanwalt zugelassen im Bundesstaat New York))
Institution in USA/
(if appl.:) Forschungsgrant
Stanford Law School
persönliche Website u. Website der Institution http://www.law.stanford.edu/
LL.M. Programm in ‘Law, Science and Technology’
Was waren Ihre Beweggründe nach Nordamerika zu gehen? Der ursprüngliche Anreiz in die USA zu gehen, beruhte darauf, dass ich im Rahmen meines Doktoratsstudiums und als Verwaltungspraktikant bei der EU Kommission auf die vielschichtigen politischen und rechtlichen Fragestellungen rund um das Phänomen ‘Informationsgesellschaft’ aufmerksam wurde und mich dazu entschloss, mich in diesem Bereich weiter zu spezialisieren. Die Stanford Law School mit ihrem Standort im Herzen des Silikonvalley bot mir das ideale Umfeld, mich im Rahmen eines Mastersprogrammes (Stanford Program in International Legal Studies) mit Fragen des Internet-, und Kommunikationsrechts zu befassen. Anders als ursprünglich geplant, entschloss ich mich hierzubleiben, da mir ein interessantes Jobangebot von einer Hightech-Kanzlei gemacht wurde und mir später die Möglichkeit eröffnet wurde, an der Stanford Law School zu unterrichten und das neue LL.M. Programm in ‘Law, Science and Technology’ mitaufzubauen.
Was müsste durch das Netzwerk erreicht worden sein, damit Sie sagen können, "das Engagement hat sich gelohnt"? Das Engagement hat sich meiner Meinung nach bereits gelohnt. In der Zukunft sollte man sich insbesondere auch darauf konzentrieren, Zusammenarbeit zwischen österreichischen Wissenschaftlern in den USA und der Wissenschaft und Industrie in Österreich zu fördern. Dabei wäre eine Website, die eine nach Fachbereichen geordnete Liste von allen in den USA tätigen österreichischen Wissenschaftlern beinhaltet sehr hilfreich.

Was ist für Sie das Besondere an einem Netzwerk österr. ForscherInnen in Nordamerika? Wodurch unterscheidet es sich von wissenschaftlichen Vereinigungen? ---
Welchen Web-Link sollte man/frau sich auf keinen Fall entgehen lassen? www.berge-tirol.at

Thomas Lörting, 29

Netzwerk
aktiv in der Boston-Gruppe
Dauer des USA-Aufenthaltes 1.10.2001-30.9.2003
Wissenschaftsdisziplin, Spezialgebiet, akad.Grade Dr. Mag. rer. nat. in Chemie, Spezialgebiete: Atmosphärenchemie, physikalische Chemie
Institution in USA/
(if appl.:) Forschungsgrant
Massachusetts Institute of Technology, Department of Earth, Atmosphere and Planetary Sciences, Erwin-Schrödinger Stipendium
persönliche Website u. Website der Institution web.mit.edu/loerting/www/
eaps.mit.edu/molina/
Was waren Ihre Beweggründe nach Nordamerika zu gehen? Kennenlernen der Forschung an einer führenden Institution im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und im Wirtschaftsland Nr. 1 in einer Arbeitsgruppe, die die globale Veränderung (globale Erwärmung, Ozonabbau, Luftqualität, saurer Regen etc.) mit sehr verschiedenen Ansätzen (Computersimulationen, Feldmessungen, Laborversuche) von der wissenschaftlichen Seite betrachtet und versucht das gewonnene Wissen in verdauter Form an die Bevölkerung, Politik und Wirtschaft zu transportieren.
Was müsste durch das Netzwerk erreicht worden sein, damit Sie sagen können, "das Engagement hat sich gelohnt"? Der Einstieg für Österreicher in das amerikanische Leben und Arbeiten soll durch den Kontakt zum Netzwerk erleichtert werden - durch persönliche Gespräche, durch Weblinks und durch Informationen der stipendienvergebenden Stellen (FWF, ÖAW, FFF, BM etc.); die Arbeit der Österreicher in Nordamerika sollte in der österreichischen Bevölkerung präsenter werden durch vermehrte Zeitungs-, Fernseh- oder Internetberichte; die Wichtigkeit von Grundlagen bzw. angewandter Forschung für die Wirtschaftsentwicklung in der Zukunft sollte der Bevölkerung bzw. der Regierung verstärkt vor Augen geführt werden. Österreich sollte sich das Potential und die Steuerleistung der auslandserfahrenen führenden Forscher nicht entgehen lassen, idealerweise durch das Schaffen von eigenen "Rückkehrforschungsstellen" bzw. "-professuren".
Was ist für Sie das Besondere an einem Netzwerk österr. ForscherInnen in Nordamerika? Wodurch unterscheidet es sich von wissenschaftlichen Vereinigungen? Die österreichspezifische Vernetzung weniger Forscher, die über mehrere tausend Kilometer verstreut arbeiten, zu einem Netzwerk mit gemeinsamen Interessen hebt es von anderen Vereinigungen ab, die großteils eher auf die Vermarktung eines "Faches" als einer "Forschungsnation" setzen. Auch der betonte soziale und persönliche Aspekt unterscheidet das Netzwerk von den großen wissenschaftlichen Gesellschaften.
Welchen Web-Link sollte man/frau sich auf keinen Fall entgehen lassen? http://www.xe.com/
http://www.citypopulation.de/
http://www.mapquest.com/
http://www.weather.com/
http://www.infobel.com/teldir/
http://www.ris.austria.gv.at/
http://dict.leo.org

Karl Kothbauer,
40

Netzwerk
New York
Dauer des USA-Aufenthaltes seit Juni 1996
Wissenschaftsdisziplin, Spezialgebiet, akad.Grade Medizin, Facharzt für Neurochirurgie
Neurophysiologie (Intraoperative Neurophysiologisches Monitoring)
Pädiatrische Neurochirurgie
Rückenmarkschirurgie, Rückenmarksphysiologie
Institution in USA/
(if appl.:) Forschungsgrant
Beth Israel Medical Center, New York
Akademischer Titel: Assistant Professor for Neurosurgery
Am Albert-Einstein-College of Medicine, Bronx, New York
persönliche Website u. Website der Institution http://nyneurosurgery.org/staff/kothbauer.html
http://nyneurosurgery.org
http://www.rueckenmark.net
http://www.spinalcordtumor.net
Was waren Ihre Beweggründe nach Nordamerika zu gehen? Das ist nicht in zwei Sätzen erklärt. Ich hatte schon einige Jahre im näheren Ausland (Bern, Schweiz) verbracht und wollte einen nächsten Schritt in meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung machen. Die Möglichkeit nach Amerika zu kommen war dann pures Glück, zur rechten Zeit, am rechten Ort, der rechte Mann zu sein. Warum es dann nicht bei den geplanten zwei Jahren blieb, ist gleichfalls eine Folge von Glücksfällen und günstig getroffenen Entscheidungen.
Was müsste durch das Netzwerk erreicht worden sein, damit Sie sagen können, "das Engagement hat sich gelohnt"? Wenn ein Prozeß der Information an die Landsleute zuhause eingesetzt hat über die in Amerika arbeitenden Forscher. Ein Forschungs- oder Arbeitsaufenthalt erfordert Qualifikation und Hartnäckigkeit. Man nimmt beträchtliche Risiken in Kauf, man riskiert Einkommensverluste. Man lernt. Das alles sollte von den Leuten zuhause, der Öffentlichkeit, wie dem Einzelnen bewußter sein, als es zu sein scheint.
Was ist für Sie das Besondere an einem Netzwerk österr. ForscherInnen in Nordamerika? Wodurch unterscheidet es sich von wissenschaftlichen Vereinigungen? Das Österreich-Flair
Welchen Web-Link sollte man/frau sich auf keinen Fall entgehen lassen? http://nyneurosurgery.org/staff/kothbauer.html
http://www.neurophysiology.org/
http://www.ussailing.org/
http://www.nasa.gov/
Netzwerk-Aktivitäten


Dr. Roland Vogl, Esq., Stanford Law School hat für inform@ion einen Beitrag zum aktuellen Stand des U.S.amerikanischen Urheberrechtes verfasst:

Jüngere Entwicklungen im U.S. amerikanischen Urheberrecht.
Verhindert das Urheberrecht Innovation?

von Dr.Roland Vogl, Esq

Im Januar entschied der U.S. Supreme Court im Streitfall Eldred v. Ashcroft über die Verfassungsmässigkeit des sogenannten Sonny Bono Copyright Term Extension Act, und fand, dass die in dem Gesetz aus dem Jahre 1998 vorgenommene Ausdehnung der Schutzdauer des Urheberrechts um weitere 20 Jahre verfassungsmässig sei. Das Gesetz wurde weitläufig auch als ‘Mickey Mouse Act’ bezeichnet, da es auf beharrliches Drängen der einflussreichen Hollywood Lobby zustande kam. Eine Ausweitung der Schutzdauer war insbesondere deswegen von Bedeutung für die Hollywood Studios, da viele der in den 20iger Jahren geschaffenen Charaktere wie Mickey Mouse oder Donald Duck, aber auch ein Reihe von Filmen aus jener Zeit, demnächst aus urheberrechtlicher Sicht Allgemeingut (public domain) geworden wären. Da die EU vor den USA die Schutzdauer des Urheberrechts ausdehnte, befand sich die Hollywood Lobby in der günstigen Lage, vor den Entscheidungsträgern im U.S. Kongress für sich ins Treffen führen zu können, dass sie nicht nur ihre eigenen Interessen vertritt, sondern auch die von U.S. Musikern und Autoren, welche sich ohne Angleichung an die europäische Rechtslage in einem wettbewerblichen Nachteil gegenüber ihren europäischen Kollegen befinden würden.

Die Entscheidung des Höchstgerichts wird als Triumph für Medienunternehmen und die Unterhaltungsindustrie, und eine Niederlage für diejenigen, die sich der fortschreitenden Ausdehnung des Urheberrechtsschutzes entgegenstellen, gewertet. Insbesondere seit der zunehmenden kommerziellen Nutzung des Internet wird in den USA heftig um die Frage gestritten, ob das U.S. Urheberrechtssystem innovationsfeindlich geworden sei, indem es für Urheberrechtsinhaber immer weiterreichendere Möglichkeiten schuf, ihre Werke zu monopolisieren. Die Verfechter eines eingeschränkteren Urheberschutzes gehen nämlich davon aus, dass man, um Neues schaffen zu können, notwendigerweise auf frühere Werke anderer zurückgreifen können muss, und dass durch das Erschweren dieses Zugriffes Wissenschaft, Innovation und Kreativität behindert werden.

Die Entscheidung gibt der Hollywood Lobby aber auch Rückenwind für ihren Feldzug im Hinblick auf eine verstärkte Kontrolle neuer Technologien. Das sogenannte ‘peer-to-peer file sharing’, das es Internetnutzern ermöglicht, Musik, Filme und andere digitalisierte Dateien problemlos mit anderen Internetnutzern zu teilen, stellt natürlich eine nicht unwesentliche Gefahr für das traditionelle Film-, und Musikgeschäft dar und steht daher ganz oben auf der Angriffsliste. Gegen ‘peer-to-peer’ Vorreiter Napster wurde erfolgreich wegen Teilnahme an den Urheberrechtsverletzungen von Napsternutzern vorgegangen und das Unternehmen ist mittlerweile bankrott. Eine Reihe anderer in diesem Bereich tätige Internetunternehmen, wie Kazaa und Morpheus, werden wahrscheinlich dasselbe Schicksal erleiden. Zuletzt hat sich gezeigt, dass sich die Recording Industry Association of America (RIAA) nicht mehr darauf beschränkt, gegen peer-to-peer Anbieter vorzugehen, sondern sich nun auch auf einzelne Internetnutzer konzentriert. In diesem Zusammenhang gelang es der RIAA kürzlich auch, von einem Gericht in Washington D.C. eine einstweilige Verfügung gegen den Internet Provider Verizon zu erwirken, die dem Unternehmen anordnete, die Identität eines Internetnutzers preiszugeben, der angeblicherweise Raubkopien übers Internet verbreitete.
Daneben gibt es Reihe anderer neuer Technologien, die der Hollywoodindustrie schlaflose Nächte bereiten. So verklagten kürzlich die Regisseurgilde (DGA) und eine Reihe von Filmstudios das in Utah ansässige Unternehmen ClearPlay, Inc., das Software anbietet, die es Besitzern eines DVD Players ermöglicht, Filme selbst zu zensieren und unerwünschte Sprache und Sexszenen herauszufiltern.
Dann wäre da noch eine neue Generation von digitalen Videorekordern, wie zum Beispiel TIVO und ReplayTV, die es über das sogenannte ‘time shifting’ möglich machen, Fernsehprogramme aufzuzeichnen und dann per Knopfdruck über die als lästig empfundene Werbung zu springen. Davon sehen sich natürlich die TV Networks bedroht, da das TV Geschäft direkt von Werbeeinnahmen abhängt, und wenn niemand mehr Werbung anschaut, dann gibt es auch keine Werbeeinahmen mehr. So wird nun auch gegen ReplayTV wegen Teilnahme an Urheberrechtsverletzungen Prozess geführt.

Der Feldzug findet aber nicht nur vor den U.S. Gerichten statt. Im U.S. Kongress wurden mit Unterstützung durch die Hollywood Lobby eine Reihe von neuen Gesetzesvorschlägen eingebracht, die unter anderem der Elektronikindustrie die Pflicht auferlegen sollten, Software, Computer und andere Elektronikartikel so zu designen, dass ein effizientes Verfolgen nicht-authorisierten Kopierens ermöglicht wird. Parallel zum Lobbying im U.S. Kongress setzen sich die Vertreter der Medien,- und Unterhaltungsindustrie mittlerweile auch verstärkt in den Europäischen Institutionen für eine Ausweitung des urheberrechtlichen Schutzes ein. Dabei hat es teilweise den Anschein, dass in der EU den Forderungen der Industrie weniger Widerstand entgegengesetzt wird als derzeit in den USA. Dies überrascht deswegen, weil die kontinentaleuropäische Urheberrechtstradition den Ausgleich zwischen den Interessen von Urhebern, Verwertern (Filmstudios, Verleger…) und Öffentlichkeit anstrebt, wohingegen das U.S. amerikanische ‘Copyright’ in grösserem Ausmass das Investitionsinteresse des Verwerters schützt.

Die in den letzten Gesetzesvorschlägen geforderte Verstärkung des Urheberrechts geht noch über die im Digital Millenium Copyright Act (DMCA) bereits im Jahre 1998 vorgenommene hinaus. Kritiker des äussert kontroversen DMCA warnen seit längerem davor, dass das Gesetz Forschern und Journalisten einen Maulkorb verpasse, ausländische Forscher abschrecke und die legitimen Nutzungsrechte von Privatnutzern und Bibliotheken untergrabe. Darüberhinaus wird seit kurzem beklagt, dass das Gesetz immer öfter von Unternehmen gegen die eigene Konkurrenz eingesetzt wird. Als jüngstes Beispiel dafür gilt die Klage des Druckerherstellers Lexmark gegen ein Unternehmen, das Zubehör für preisgünstigere Nachfüllungen der Lexmark-Druckpatronen vertreibt. Tatsächlich scheinen viele Unternehmen schnell mit einer DMCA-Klage bei der Hand zu sein, was unter anderem auch mehrere Klagen von Sony gegen einen Bastler, der Zusatzprogramme für Sonys elektronisches Haushündchen Aibo veröffentlicht hatte, zeigen. Die Kritiker des DMCA bekommen inzwischen Schützenhilfe vom Chef des Weißen Hauses für Cyber-Sicherheit, Richard Clarke, welcher Ende vergangenen Jahres erklärte, dass DMCA-Klagen legitime Arbeit im Bereich der Netzsicherheit verhindern könnten.
Wenn auch neue Technologien vielfach eine tatsächliche Gefahr für Urheber und Unterhaltungsindustrie darstellen, so eröffnen sie häufig auch die Möglichkeit, neue Einkommensquellen zu entwickeln. Ein vielzitiertes Beispiel dafür ist die in den frühen achtziger Jahre geführte Klage der Unterhaltungsindustrie gegen Sony. Sony wurde damals wegen Teilnahme an den Urheberrechtsverletzungen, die von den Besitzern der von Sony neu auf den Markt gebrachten Videorekorder vermeintlich begangen wurden, geklagt. Nachdem der Supreme Court zu dem Schluss kam, dass der Verkauf von Videorekordern legal ist, entwickelte sich bald schon das Videoverleihgeschäft, welches mittlerweile im bezug auf Einnahmen für die Hollywoodindustrie das Kinoverleihgeschäft bei weitem übertrifft.

Zweifelsohne stellt es eine grosse Herausforderung für jeden Gesetzgeber dar, die richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die einerseits die legitimen Interessen von Urhebern und Verwertern schützen, und andererseits genügend Raum für Innovation lassen. Die Umsetzung der europäischen DMCA-Version, der Europäischen Urheberrechtsrichtlinie, ist in Österreich noch im Gange. Inwieweit dabei ein gerechtes Gleichgewicht zwischen den Interessen von Urhebern, Medien-, und Unterhaltungsindustrie einerseits, sowie jenen von Nutzern neuer innovativer Technologien und der Öffentlichkeit andrerseits geschaffen wird, wird mit Spannung abzuwarten sein.

Kontakt: Dr. Roland Vogl, Esq.
Lecturer in Law & Law School Teaching Fellow, Master of Laws Program (LL.M.), Law, Science and Technology
Stanford Law School
Crown Quadrangle, 559 Nathan Abbott Way, Stanford, CA 94305-8610
phone: (650) 723-8532, rvogl@law.stanford.edu

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Das Office of Science & Technology und das Österreichische Kulturforum Washington präsentieren in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe:

Ozone Depletion and Global Environmental Change
by Dr. Ingrid Kohl and Dr. Thomas Lörting
Research Group Prof. Mario Molina (Nobel laureate 1995) at the Massachusetts Institute of Technology, Boston

Why does the famous annual springtime ozone hole form in the Earth´s coldest region above the South Pole, whereas most man-made emissions come from the Northern Hemisphere? What are the effects of the measures agreed to in “The Montreal Protocol on Substances That Deplete the Ozone Layer“, a landmark international agreement designed to protect the stratospheric ozone layer? Where do tropospheric aerosols fit in and Are there ways to predict changes in future surface temperatures? Answers to many more questions like these will be provided during the talk by Dr. Kohl and Dr. Lörting, two highly accomplished Austrian scientists. This presentation is definitely a must for all those who wish to understand the abc of this fascinating, controversial and global phenomenon.

April 30, 2003 at 7:30 pm
Embassy of Austria
RSVP: 202-895-6776.
Light refreshments will be served.

Diese Veranstaltungsreihe präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse von Personen aus dem Netzwerk österreichischer ForscherInnen in Nordamerika einem breiterem Publikum. Zuletzt hat in dieser Veranstaltungsreihe Dr. Christoph Lengauer, Sidney Kimmel Comprehensive Cancer Center, Johns Hopkins University School of Medicine zu "Closing in on Cancer" an der österreichischen Botschaft in Washington, DC referiert.


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New York/ Austrian Cultural Forum: Treffen und Führung
Kristina Fuchs und Fulbright Scholarin Astrid Schnitzer organisieren eine Führung durch das neue Austrian Cultural Forum in New York. Es wird dort die Gelegenheit geben, Direktor Thun-Hohenstein und weitere Fulbrighter zu treffen. Herzlich willkommen sind alle am Netzwerk der österreichischen ForscherInnen in Nordamerika Interessierten.
Wann: Freitag, 4. April 2003, 15.00 Uhr
Wo: Austrian Cultural Forum, 11 East 52nd Street (Madison Ave.)
RSVP per e-mail bis Mittwoch Abend.

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Kooperation von Institut für Weltraumforschung (IWF) und University of Arkansas im Bereich Space Sciences
Dr. Alfred Kracher arbeitet seit Dezember 2001 am Arkansas-Oklahoma Center for Space and Planetary Sciences. Die Arbeitsgruppe im Department für Chemie und Biochemie an der University of Arkansas betreibt eine Simulationskammer, in der Experimente unter Bedingungen der Marsoberfläche durchgeführt werden können. Diese Art von Simulation ist in Europa häufiger vertreten als in den USA, z.B. am Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz. Kontakte zwischen der University of Arkansas und dem IWF haben unter anderem das Ziel, Studenten in den neuen Weltraumorientierten Studienzweigen einen Aufenthalt an der jeweiligen Partnerinstitution zu ermöglichen.
Alfred Kracher
Center for Space and Planetary Sciences: 101 Chemistry Building
University of Arkansas, Fayetteville, AR 72701
Tel: 479 575 3170
Anm: Vgl. auch den Bericht zur Simulation eines Mars-Fluges von Gernot Grömer in der Rubrik "Homebase: Sparten"

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