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Newsletter March 2003

Der nationale Forschungs- und Innovationsplan des Rates für Forschung und Technologieentwicklung Österreich
CSR Austria: Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.
Chance, Realität oder Lippenbekenntnis?

Der Nationale Forschungs- und Innovationsplan des Rates für Forschung und Technologieentwicklung Österreich
von
DI Dr. Knut Consemüller
Vorsitzender des Rates für
Forschung und Technologieentwicklung



Rat für Forschung und
Technologieentwicklung

RFT-Rat

Techgate, Donau-City-Straße 1
1220 Wien Austria
Tel: 1.205.012.0333
Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik (FTI-Politik) hat in der Europäischen Union im Rahmen des Lissabon-Prozesses eine neue Dimension erhalten und ist auch national erfreulicherweise weiter ins Zentrum der politischen Diskussion gerückt. Die Bedeutung von FTI für Wirtschaftswachstum, Standortqualität und für die langfristige Sicherung hochqualifizierter Arbeitsplätze steht außer Streit.
Die Österreichische Bundesregierung hat im Jahr 2000 das Ziel vorgegeben, bis 2005 eine F&E-Quote von 2,5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erreichen. (Laut neuem Regierungsprogramm vom 3. März 2003 soll diese Quote bis 2006 erreicht werden.) Auf europäischer Ebene wurde beim Lissabon-Gipfel 2000 das Ziel formuliert, die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum zu machen. Zur Bündelung der wissenschaftlich-technologischen Kräfte Europas wird die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums verfolgt. Eine F&E-Quote von 3,0% des BIP im europäischen Mittelwert wird für 2010 anvisiert (Barcelona-Gipfel 2002). Österreich muss sich an diesem sehr ambitionierten langfristigen Ziel orientieren.
Aufbauend auf den bisherigen strategischen Arbeiten des Rates für Forschung und Technologientwicklung (RFT), die grundlegende Leitvorstellungen und strategische Elemente für eine zukunftsorientierte FTI-Politik zusammenfassen (Vision 2005 – Durch Innovation zu den Besten und Forschungsstrategie Austria: 2,5% + plus - Wohlstand durch Forschung und Innovation), hat der RFT am 3. Dezember 2002 den Nationalen Forschungs- und Innovationsplan“ (NFIP) verabschiedet.

Der NFIP enthält Vorschläge sowohl zur Umsetzung einzelner Strategieelemente als auch für eine strategiegerechte Reform der Strukturen des nationalen Innovationssystems. Der Plan richtet sich an die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Länderebene, an die Forschungs- und Forschungsförderungseinrichtungen und an alle relevanten VertreterInnen des nationalen Innovationssystems.

Anhebung der Forschungsinvestitionen und mittelfristige Finanzplanung
Im Nationalen Forschungs- und Innovationsplan folgt der RFT der Zielsetzung der Bundesregierung bzw. den Beschlüssen der EU – Regierungschefs nach Anhebung der F&E-Quote gemessen am BIP auf 2,5% im Jahre 2005 bzw. auf 3,0% des BIP bis zum Jahr 2010.
Mit dieser Zielsetzung und auf Basis der internationalen Performance des österreichischen Innovationssystems hat der RFT für eine Reihe von Innovationsindikatoren das Ziel formuliert, den Mittelwert der EU-Top 5 bzw. bei besonders großem Rückstand mindestens den EU-Schnitt zu erreichen (z.B. für wissenschaftliche Publikationen, Anteil der ForscherInnen an der Erwerbsbevölkerung, AbsolventInnen naturwissenschaftlich-technischer Studienrichtungen, Risikokapital im Hochtechnologiebereich, Hochtechnologiepatente beim Europäischen Patentamt).
Zwischen 2000 und 2002 wurden die F&E-Ausgaben des Bundes von € 1,225 Mrd auf € 1,457 Mrd erhöht. Um die F&E Quote im vorgesehenen Ausmaß anzuheben ist jedoch eine weitere deutliche Ausweitung der öffentlichen F&E-Budgets erforderlich. Allein der Bund wird im Jahr 2005 mehr als 2 Mrd € für F&E investieren müssen. Der RFT fordert eine verbindliche mittelfristige Finanzplanung für die F&E-Budgets und empfiehlt den Aufbau einer Forschungs-Nationalstiftung, die beispielsweise aus zweckgewidmeten Erträgen der Österreichischen Nationalbank zu speisen wäre.
Die Anhebung der öffentlichen Budgets ist bereits 2003 in Angriff zu nehmen. Als Sofortmaßnahmen sollten die Ordinarien gegenüber 2002 deutlich aufgestockt und z.B. durch Freigabe der nächsten Sondermittel-Tranche zusätzliche neue Mittelbindungen ermöglicht werden.

FTI-Politik im Rahmen des Lissabon – Prozesses
Österreich kann nur dann erfolgreich am Aufbau des Europäischen Forschungsraumes partizipieren, wenn auch all jene Einrichtungen und Institutionen, die bisher in erster Linie national oder regional tätig waren, ihre internationalen Aktivitäten verstärken. Eine kohärente Internationalisierungspolitik unter Einbindung aller politisch Verantwortlichen und aller relevanten Akteure des Innovationssystems muss gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden.
Das 6. EU-Rahmenprogramm als wichtigstes Instrument auf europäischer Ebene zur Schaffung des Europäischen Forschungsraumes stellt mit seinen neuen Instrumenten (Exzellenz-Netzwerke, Integrierte Projekte) an die teilnehmenden Organisationen deutlich höhere Anforderungen als alle bisherigen Rahmenprogramme. Eine weitere Steigerung der schon im 5. RP erfolgreichen Beteiligung österreichischer Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen und eine Erhöhung der Rückflussrate werden daher nur möglich sein, wenn alle Akteure (v.a. die KMU) auf nationaler Ebene optimale Unterstützung finden.

Zentrale Prinzipien der FTI-Politik
Von den zehn im NFIP formulierten Prinzipien seien an dieser Stelle einige exemplarisch herausgegriffen:
Das Prinzip der gesteigerten Konzentration auf Aktivitäten mit großer Hebelwirkung von öffentlichen auf private Mittel bedeutet, durch den Einsatz öffentlicher Mittel wirtschaftlich erfolgversprechende Aktivitäten der Unternehmen zu induzieren. Dieses Prinzip gewinnt vor dem Hintergrund der oben erwähnten Barcelona – Zielsetzung, derzufolge die Erhöhung der F&E-Quote auf 3% des BIP zu zwei Dritteln durch private Unternehmen getragen werden soll, zusätzliche Relevanz.
Zwei weitere Prinzipien beziehen sich auf die Forcierung der Exzellenz in der Grundlagenforschung bzw. auf die enge Verknüpfung FTI- und qualifikationspolitischer Fragestellungen.
Das österreichische Fördersystem ist durch Zersplitterung und Unübersichtlichkeit gekennzeichnet; deshalb plädiert der RFT dafür, die komplizierte institutionelle und organisatorische Förderstruktur zu vereinfachen sowie die Koordination zwischen Bund und Ländern zu verbessern.

Universitäten und Grundlagenforschung
Universitäre Forschung soll weiterhin eine tragende Säule in der österreichischen F&E-Landschaft sein. Verbesserungspotentiale liegen in der selektiven Steigerung der Drittmittelanteile der Universitäten, im wissenschaftlichen Output und in der Kooperation mit der Wirtschaft bzw. mit außeruniversitären Einrichtungen. Das neue Universitätsgesetz stellt einen großen Fortschritt im Hinblick auf die Steigerung der Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und der internationalen Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Universitäten dar.
Universitäten sind die wichtigsten Träger der Grundlagenforschung, die wiederum als Quelle für Innovationen und daher für die wirtschaftliche und technologische Entwicklung unverzichtbar ist.

Horizontale und vertikale Programmlinien
Bestehende Stärkefelder sowie Technologiebereiche mit großen Zukunftspotentialen sollten unter Berücksichtigung der gesamteuropäischen Entwicklung besonders unterstützt werden, z.B. Biotechnologie oder Nanotechnologie. Der RFT hat in den vergangenen beiden Jahren eine Reihe von Finanzierungsempfehlungen aus dem Offensivprogramm der Bundesregierung für Life Sciences ausgesprochen (Beispiel Genomforschungsprogramm GEN-AU). Derzeit erarbeitet der RFT gemeinsam mit einer ExpertInnengruppe ein Gesamtkonzept für die Zukunft der österreichischen Biotechnologie. Um NANO in Österreich gezielt zu entwickeln, hat der RFT zusammen mit VertreterInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft eine österreichische NANO-Initiative entwickelt. Sie umfasst ein Netzwerk aller österreichischen NANO-Akteure, FTE-Förderungen für die Schwerpunktbildung im Grundlagenbereich als auch für die wirtschaftsbezogene Forschung und Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung.
Gleichwertig zu den Technologiefeldern sind die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften zu nennen. Eine vom RFT eingesetzte Arbeitsgruppe entwickelt derzeit strategische Maßnahmen zur Erhöhung der Forschungsleistungen und zur Stärkung der internationalen Positionierung dieses Wissenschafts- und Forschungsfeldes. Das vom RFT 2002 empfohlene Mapping der gesamten österreichischen geistes-, sozial und kulturwissenschaftlichen Forschung wird vom BMBWK durchgeführt und noch in der ersten Jahreshälfte 2003 abgeschlossen.
Im Rahmen des Offensivprogramms der Bundesregierung wurde in den vergangenen Jahren eine Reihe neuer Programme implementiert, die fortgesetzt oder durch neue Programmlinien ergänzt werden müssen. Dazu zählen neben thematisch orientierten Schwerpunktprogrammen auch horizontale Programme wie: die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Förderung von Frauen in Wissenschaft und Forschung, die Forcierung von High-Tech-Unternehmensgründungen, die Hebung des öffentlichen Bewusstseins für FTI oder die Sicherung von Intellectual Property. An dieser Stelle sei auch an die Empfehlung vom 14. Februar 2003 betreffend Verwertung von F&E-Ergebnissen, Intellectual Property Rights und Patente hingewiesen.

Außeruniversitäre Forschung
Die außeruniversitäre Forschung stellt einen besonderen Schwerpunkt in den strategischen Überlegungen dar. Zum Ausbau ihrer Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird eine massive Ausweitung des Mitteleinsatzes sowie ein entsprechendes Bündel an Programmlinien, insbesondere auch für den Ausbau der Forschungskapazität an Fachhochschulen, vorgeschlagen.

Humanressourcen
Eine F&E-Offensive erfordert die ausreichende Verfügbarkeit von gut ausgebildetem Personal. Ohne Gegensteuerungsmaßnahmen würde bis 2005 eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Humanressourcen von jährlich etwa 500 AkademikerInnen entstehen. Personenbezogene Programme sowie die Schaffung verbesserter gesetzlicher Rahmenbedingungen für internationale Forschermobilität sind Voraussetzungen für die Verbesserung der Situation.
Strukturreform
Zur Umsetzung der vorgeschlagenen Strategien ist eine Reform der bestehenden Strukturen notwendig. Der RFT empfiehlt dazu eine Bereinigung der Kompetenzen auf Bundesebene, die Implementierung einer strategischen Bund-Bundesländer-Koordination und eine Neugestaltung der Landschaft der Förderinstitutionen. Dabei sollte eine klare Trennung zwischen strategischer und operativer Ebene, eine Bereinigung überlappender Förderprogramme sowie eine Fokussierung der Förderstellen auf jeweilige Kernkompetenzen erfolgen.
In den politischen Diskussionen der letzten Wochen wurden Konzepte zur Errichtung einer Dachorganisation für FTI entwickelt. Der RFT wurde von der Bundesregierung beauftragt, Lösungsvorschläge zur Umsetzung zu erarbeiten. Zu diesem Zweck hat der RFT eine Plattform etabliert, die in verschiedenen Formationen tagt (Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung) und deren Arbeiten vom RFT koordiniert werden. Ziele der Reform sind die Vereinfachung von Struktur und Abläufen in der Forschungs- und Innovationsförderung; Erzielen von Synergieeffekten; Verwendung von ERP-Fonds Mitteln für die Forschung und die Verwendung von Nationalbank-Reserven im Einvernehmen mit der Europäischen Zentralbank für Forschungszwecke.

Auch alle anderen Vorschläge und Maßnahmen betreffend Finanzplanung, Humanressourcen, internationale Zusammenarbeit, außeruniversitäre Forschung, Wirtschaft, Stärkefelder und Zukunftspotentiale, Bewusstseinsbildung, Evaluierung, Frauenförderung werden im Rahmen einzelner Arbeitsgruppen des RFT weiterentwickelt.

Dr. Knut Consemüller

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CSR Austria:
Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.
Chance, Realität oder Lippenbekenntnis?
von Mag. Wilhelm Autischer

Geschäftsführer des
Austrian Business Council for Sustainable Development (ABCSD) und Projektleiter CSR Austria

A - 1031 Wien, Schwarzenbergplatz 4
w.autischer@iv-net.at

Für die Wirtschaft und die Unternehmen war das vergangene Jahr kein besonders gutes: Die Folgen des 11. September 2001, die ständig wiederkehrenden Globalisierungsdiskussionen, die nicht anspringen wollende Konjunktur, vor allem aber die jüngsten Finanz- und Bilanzskandale großer Unternehmen haben Skepsis und Misstrauen ausgelöst: Spätestens seit vor rund einem Jahr ENRON die Wirtschaftspolitik beherrschte und später amerikanische Unternehmer medienwirksam in Handschellen abgeführt bzw. zum Schwur auf die eigene Bilanz veranlasst wurden, war die Krise perfekt. Mittlerweile mussten über 200 US-Unternehmen in den USA ihre Bilanzen korrigieren. Auch in Europa sind einige Fälle bekannt geworden.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen die Marktwirtschaft und insbesondere multinationale Unternehmen und ihre Manager. Ihnen wird intransparentes Handeln, Manipulation und Profitmaximierung zu Ungunsten der Konsumenten und Teilen der Bevölkerung unterstellt. Mittel- und langfristiges Wirtschaften, verantwortliches Handeln gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft wird gerade großen Unternehmen vielfach abgesprochen. Nicht nur NGOs und Globalisierungskritiker, sondern immer breitere Teile der Öffentlichkeit verlangen Beispiele für soziales und ökologisches Handeln von Unternehmen. Immer lauter wird der Ruf an Regierungen und internationale Organisationen, Kontrollen und Gesetze zu verschärfen.
Aber nicht nur das Vertrauen der Stakeholder, sondern auch der Shareholder hat einen massiven Einbruch erlitten. Investoren zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Unternehmen, die Diskussion um Transparenz von und Vertrauen in Unternehmen nimmt zu. Der Vertrauensschwund ist eine Gefahr für den wirtschaftlichen Aufschwung und könnte sich zu einer Systemkrise entwickeln.
Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen - "Corporate Social Responsibility - CSR" wird in diesem Kontext seit einiger Zeit international intensiv diskutiert. Die Aktivitäten der Europäischen Kommission auf diesem Bereich und die Diskussionen im Rahmen des UN-Gipfels zur Nachhaltigen Entwicklung in Johannesburg seien hier nur stellvertretend genannt. Langsam beginnt der Diskurs auch in Österreich.

CSR – Neues altes Thema
Dabei haben wir es hier nicht mit einer gänzlich neuen Philosophie zu tun. Viele Unternehmen und Unternehmer haben auch früher sozial oder gesellschaftlich verantwortlich agiert (Paternalismus, Philantropie). CSR, „gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“ verstehen wir heute ganz anders als diese Zugänge. Obwohl es keine gemeinsame akzeptierte Definition von “Corporate Social Responsibility“ gibt, referiert der Begriff im allgemeinen über ein breites Spektrum an freiwilligen Initiativen der Wirtschaft und ihre allgemeine Rolle als Teil der Gesellschaft.

CSR...

  • ... ist ein Konzept für den Dialog im Kommunikationsdreieck Wirtschaft - Politik – Gesellschaft mit dem Ziel, das Vertrauen von Shareholdern, Stakeholdern und Bevölkerung in Unternehmen und Wirtschaft zu fördern.
  • ... ist ein Begriff für Managementprogramme der Wirtschaft zur Implementierung einer Nachhaltigen Entwicklung in ihren drei Dimensionen ökonomisch, ökologisch und sozial.
  • ... bietet Unternehmen die Möglichkeit, jene Themen in den Vordergrund zu stellen, die für ihre jeweilige Branche und für den Markt, in dem sie tätig sind, besondere Bedeutung haben.
  • ...leitet Unternehmen an, sich als Corporate Citizens und damit quasi als Teil der Zivilgesellschaft zu verstehen.
  • ...bedeutet aktives Engagement der Wirtschaft in der politischen Diskussion zur Festlegung globaler Rahmenbedingungen für die internationale Marktwirtschaft.

Das Grünbuch der Europäischen Kommission definiert CSR als “ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren”, da sie zunehmend erkennen, dass verantwortliches Verhalten zu nachhaltigem Unternehmenserfolg führt.
Stimmt diese These, kann CSR einen Beitrag leisten zur Realisierung des auf dem Lisabonner Gipfel im März 2000 vorgegebenen strategischen Ziels, die EU bis zum Jahr 2010 zum “wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasiertem Wirtschaftsraum der Welt zu machen – einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen".
Das wird allerdings nur funktionieren, wenn sich Unternehmen dass Prinzip CSR zu eigen machen und als eigenen Vorteil erkennen. Die Chancen für Österreich – das bestätigen auch internationale Experten– stehen gut.

CSR – Grundlegende Prinzipien
Auf Basis dieser Darstellung gehen wir von mehreren Grundprinzipien für ein zeitgemäßes Verständnis für CSR in Österreich aus:

  • CSR ist auf Freiwilligkeit aufgebaut und geht von der Wirtschaft aus. Selbststeuerung ist dabei enorm wichtig, den Prozess selbst in die Hand zu nehmen kommt externen Regulierungsversuchen zuvor. Um erfolgreich zu sein, muss ein CSR-Konzept vom Unternehmen selbst – von Innen heraus – entwickelt und den spezifischen Eigenschaften und Umständen einer Firma angepasst werden. Es gibt keine „one-size-fits-all“-Zugang für CSR-Management. Firmen müssen die Möglichkeit haben je nach Bedarf, sich jenes Instrument auszusuchen, welches für ihre Situation am geeignetsten erscheint.
  • CSR wird immer mehr als ein Element zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit gesehen. Win-Win zwischen Mitarbeiter, Kunden, Öffentlichkeitsarbeit. Vertrauen wird zur Kernkompetenz
  • CSR ist ein Programm zur Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigen Entwicklung: Ökonomie, Ökologie und Soziales.
  • CSR muss in einem globalen Kontext gesehen werden. Viele Initiativen – wie etwa die OECD-Guidlines für multinationale Unternehmen, die ILO-Guidlines oder der UN-Global Compact – unterstreichen den globalen Charakter von CSR und zeigen die Notwendigkeit des ganzheitlichen und flexiblen Zuganges auf.
  • CSR definiert das Verhältnis zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft neu: Unternehmen bekommen mehr Bedeutung auch in gesellschaftlichen Fragen. Das darf nicht bedeuten, dass die Verantwortung der Politik auf die Wirtschaft übertragen wird. Regierungen und internationale Organisationen müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und die geeigneten Rahmenbedingungen für Demokratie, Menschenrechte und einer sozialen und ökonomischen Entwicklung einer Region setzen.

Die Initiative CSR-Austria
Auf Basis dieses Verständnisses hat die Industriellenvereinigung die Initiative ergriffen, diesen Diskussionsprozess auch in Österreich zu starten. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) wurde daher die Initiative „CSR-Austria“ ins Leben gerufen. Sie versteht sich als Programm, das angesichts der kritischen Lage eine proaktive CSR-Politik einleiten und damit die Unternehmen, den Wirtschaftsstandort Österreich und eine verantwortliche Wirtschaftspolitik stärken will. „CSR-Austria“ geht es darum, einen positiven Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu forcieren. Mit Hilfe der Programme „Corporate Social Responsibility“ (CSR) und Nachhaltigkeit („Sustainable Development“ - SD) werden Maßnahmen gesetzt, die das Vertrauen von Shareholdern, Stakeholdern und Bevölkerung in Unternehmen und Wirtschaft fördern. Die Initiative CSR-Austria verfolgt dabei drei wesentliche Ziele:

  1. Wir möchten existierende Modelle von „Corporate Social Responsibility“ (CSR) auf ihre Praktikabilität analysieren und österreichischen Unternehmen zugänglich machen, um ihnen einen aktive Rolle im Dialog mit Gesellschaft und Stakeholdern zu ermöglichen
  2. Wir planen die Entwicklung eines CSR-Leitbilds, das einen USP für Österreichs Unternehmen darstellt und signalisiert, dass gesellschaftlich verantwortliches Handeln von Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bedeutet, gerade in einer Zeit, in der die Sensibilität der Wirtschaft gegenüber hoch ist.
  3. Die Initiative möchte CSR und die entsprechenden Leistungen österreichischer Unternehmen breiten Teilen der Öffentlichkeit näher bringen und dazu beitragen, das Vertrauen in die Unternehmen zu stärken.

Weiterführende Informationen unter: www.csr-austria.at

Mag. Wilhelm Autischer

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