| Feature 1: |
Das integrierte Doppelstudium zum M.D., Ph.D an der Harvard Medical School |
| Feature 2: |
Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF):
Wir stärken Exzellenz am Forschungsstandort Wien
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Das Integrierte Doppelstudium zum M.D., Ph.D.:
Wegbereiter für Pionierleistungen in der Biomedizin
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Grossraum Boston als Mekka der Biomedizin
Das Zentrum der biomedizinischen Wissenschaften, das vor weniger als 100 Jahren noch Studenten aus aller Welt nach Wien brachte, befindet sich heute im U.S. Staat Massachusetts. Boston und die Nachbarstadt Cambridge, die auf der anderen Seite des Charles River liegt, stellen das unumstrittene Mekka jener internationalen Forschungsaktivitäten dar, die laufend naturwissenschaftliches Neuland explorieren und innovative Therapieansätze in der Medizin in die Wege leiten. Dieser für den Staat Massachusetts unheimlich wichtige Wirtschaftsfaktor umfasst nicht nur die akademischen Einrichtungen, die auf den vielen Universitätsanlagen untergebracht sind (und zum Grossteil durch Forschungsgelder der nationalen Gesundheitsbehörde, NIH, unterstützt werden) sondern auch eine stattliche Anzahl kleiner Biotechnologiefirmen und international operierender Pharmakonzerne. Die Synergie zwischen naturwissenschaftlicher Forschung und klinischen Studien erfordert Führungskräfte, die die Arbeitskulturen beider Welten verstehen und daher kreative Akzente setzen können. Bildlich gesehen geht es darum, mühelos die Fragestellungen vom Krankenbett ins Labor transferieren zu können, und umgekehrt Forschungserkenntnisse in die klinische Praxis einzubringen.
Im folgenden wird ein Doppelstudienprogramm der Harvard Medical School beleuchtet, im Englischen "M.D.-Ph.D. Program" genannt, welches seit Jahrzehnten als eines der führenden U.S. Studienmodelle die integrierte Ausbildung zum Arzt und Wissenschafter zum Ziel hat. Im Anschluss daran wird auf ein vor kurzem eingeführtes Studim an der Universität Wien verwiesen, das "Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaften", welches mit dem neu geschaffenen, akademischen Titel "Dr.scient.med." abgeschlossen wird, und den schon promovierten Mediziner in der Kunst der wissenschaftlichen Forschungsarbeit schulen soll.
Erforschung der Krankheitsursachen als Motor des medizinischen Fortschritts
Den Leistungen des Pathologen Carl Rokitansky und seinen gleichgesinnten Mitstreitern ist das heute noch gültige Credo der Wiener Medizinischen Schule zu verdanken, welches besagt, dass die korrekte Therapieentwicklung für alle Erkrankungen nur aus dem verbesserten Verständnis der ihnen zugrundeliegenden, naturwissenschaftlich belegten Ursachen erwachsen kann. Da sich das publizierte Literaturvolumen der theoretischen und klinischen Wissenschaftsbereiche schon seit Jahrzehnten innerhalb weniger Jahre verdoppelt, hat sich historisch weltweit die Notwendigkeit ergeben, den Studenten das Erlernen des ärztlichen Handwerks im Rahmen eines eigenen Medizinstudiums zu vermitteln, dass primär klinische Diagnosestellung und therapeutisch/ chirurgische Interventionen umfasst. Damit ist gleichzeitig die naturwissenschaftliche Ausbildung des Mediziners immer mehr in den Hintergrund gerückt. Die notwendige Teilung zweier ursprünglich untrennbarer Wissensbereiche führte dazu, dass heute Naturwissenschafter oft zu Recht den unwissenschaftlichen modus operandi der Ärzte belächeln. Interessanterweise wird dem naturwissenschaftlichen Nichtwissen der Mediziner nun durch ein neues Dogma, nämlich dem der sogenannten evidence based medicine Einhalt, geboten. Dieses Konzept erfordert dass die moderne Ausübung der medizinischen Praxis streng nach jenen Kriterien erfolge, die sich auf publizierte Daten, eingeholte diagnostische Beweise und statistisch kalkulierbare Wahrscheinlichkeiten stützt, also alles naturwissenschaftliche Elemente, und nicht auf die als historisch so wichtig eingestufte 'ärztliche Kunst'.
Tatsache ist, dass die meisten Mediziner trotzdem die Denkweisen und die Arbeitskultur der Naturwissenschafter nicht wirklich verstehen, da sie diese während der prägenden Ausbildungsjahre nicht integrieren mussten. Die Nordamerikaner haben diesen Trend schon vor Jahrzehnten richtig analysiert, und den wegweisenden Schluss daraus gezogen, dass zwar nicht jeder Arzt ein führender Naturwissenschafter sein muss, dass aber wirklich brückenschlagende Entdeckungen durch eine synchronisierte Doppelausbildung zum Mediziner (medical doctor, M.D.) und Naturwissenschafter (philosophical doctor, Ph.D.) gefördert werden können. Daraus ergab sich vor mehr als 30 Jahren die U.S.A.-weite Einführung des sogenannten M.D.-Ph.D.Programme.
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M.D.-Ph.D. Programs in Nordamerika: Integration
Der wichtigste Unterschied der integrierten nordamerikanischen Doppeldoktorats-Ausbildung im Vergleich zur gestaffelten Absolivierung zweier Studienfächer in Europa ist zweierlei. Der erste hat einen praktischen, der zweite einen philosophischen Grund. Der Medizinstudent durchläuft in Nordamerika nach dem Abschluss des College, wo er schon vorklinische Ausbildung (in Österreich wäre das der erste Studienabschnitt) absolviert hat, innerhalb von vier Jahren eine eng strukturierte klinische Ausbildung, die zwei Jahre Theorie (in Österreich: 2. Abschnitt) und zwei Jahre Lehre am Krankenbett (in Österreich: 3. Abschnitt) beinhaltet. Während letzterer wird man in Nordamerika auch praktisch als Jungarzt angelernt, und kann sofort nach der Promotion als Assistenzarzt brauchbar eingesetzt werden. Diesen fliegenden Übergang zu stören erscheint mit Recht als nicht sinnvoll.
Zweitens ist die Doppelausbildung aus dem Gesichtspunkt der Naturwissenschafter ähnlich dem Erlernen mehrer Sprachen im Kindesalter. Zeitlich getrennte Vermittlung einer zweiten Denkweise ähnelt der dominanten Muttersprache und der mit Akzent gesprochenen -weil später erlernten- Fremdsprache. Im Kontrast dazu ist die während der prägenden Jahre fast gleichzeitig absolvierte Ausbildung zum Arzt und Wissenschafter mit der theoretischen Chance verbunden zwei Sprachen (sprich Denkweisen) relative akzentfrei (d.h. mit weniger Fehlern im Denkansatz) zu beherrschen.
Ein dritter, Europa-spezifischer Unterschied ergibt sich aus dem nicht-synchronisierten Massenstudium der Medizin an unseren Universitäten, das eine Koordinierung mit dem Ziel einer Integration de facto unmöglich macht.
Medizinstudium an der Harvard Medical School: Talentepool
Im Durchschnitt bewerben sich 10-11 mal soviele Bewerber an der Harvard Medical School wie letztendlich zum regulären Medizinstudium aufgenommen werden. Die Studentenzahl beträgt circa 110 pro Jahrgang und umfasst einen unglaublichen Talentepool, der dafür jedoch für österreichische Verhältnisse einen astronomisch anmutenden Preis aufbringen muss. Die Studiengebühren und Unterbringungskosten allein betragen jährlich zwischen $ 30.000-40.000.
Aus dem engeren Kreis der erfolgreichen Bewerber werden in einem zweiten Verfahren jene Studenten ausgesucht, die nachweisbares Interesse an der kombinierten Ausbildung zum Arzt und Wissenschafter bekundet haben, meistens durch vorangegene, publizierte Forschungsarbeit während der Collegejahre. In der Klassengemeinschaft von 110 Erstinskribierten pro Jahr sind es dann meistens zwischen 10-15 Studenten, die ins M.D.-Ph.D. Program Aufnahme finden.
Die Lehrzeit der Doppelstudenten ist lange (Tabelle 1), intensiv und herausfordernd, wird aber durch eine weitgehende Eliminierung der Aufnahmegebühren und Studienkosten versüsst. Die nationale Gesundheitsbehörde NIH bezahlt den Universitäten ein Entgelt für die Ausbildung der Doppeldoktoranten, die während der 4-5 jährigen, vollzeitmässigen Laborarbeit (Tabelle 1) auch ein Stipendium beziehen, das um die $ 16.000-18.000 pro Jahr beträgt je nach Lebenskosten der Universitätsstadt.
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M.D.-Ph.D. Program an der Harvard Medical School: Vielfalt des Angebots
Dem einmal erfolgreich aufgenommenen Kandidaten steht es dann frei, sich den Themenschwerpunkt und damit das richtige Labor für seine vertiefte wissenschaftliche Ausbildung auszusuchen. Die Harvard Studenten können ihre Laborrotationen und Wissenschaftsseminare sowohl am Massachusetts Institute of Technology, oder an den naturwissenschaftlichen theoretischen Instituten der Harvard University (beide in Cambridge) oder and den klinischen Instituten der Harvard Medical School (Boston) absolvieren. Das kombinierte, integrierte Studium läuft so ab, dass der Student den Sommer nach der Aufnahme mit einer Hauptvorlesung in "Molekularbiologie ausgewählter menschlicher Erkrankungen" beginnt während der auch die erste Laborrotation absolviert wird. Danach folgt schwerpunktmässig die theoretische klinische Ausbildung, die zwei Jahre dauert und mit dem ersten, landesweit gleichzeitig abgehaltenen Staatsexamen in der Medizin (USMLE 1) abgeschlossen wird (Tabelle 1). Im Anschluss daran folgt die eigentliche Forschungsausbildung über während circa 4-5 Jahren (je nach Signifikanz der wissenschaflichen Errungenschaften, sprich Publikationen). Parallel zur Forschungstätigkeit nimmt der StudentIn während eines Nachmittages pro Woche an einer Ambulanz- oder Ordinationseinrichtung teil, um als Teilzeitfamulant im aktiven Kontakt mit dem klinischen Geschehen zu bleiben.
Die Forschungsarbeit wird mit der Verteidigung und Annahme der Dissertationsarbeit abgeschlossen, worauf der/die StudentIn in den letzten, klinischen Abschnitt des Medizinstudiums zurückkehrt. Dieser dauert -wie erwähnt- zwei Jahre und wird mit dem zweiten Staatsexamen für Medizin abgeschlossen (USMLE 2) [Ref. 1]. Die Dauer des Doppelstudiums beträgt durchschnittlich somit 8 Jahre, der stolze "M.D.-Ph.D.-Träger" ist dann 30 Jahre alt. Die Diplome werden gleichzeitig am Ende des 8. Studienjahres überreicht. Im direkten Vergleich dazu ist ein aneinandergereihtes Studieren der Humanmedizin und eines naturwissenschaftlichen (oder technischen) Faches in Österreich - ohne organisierte Integration aber mit hürdenreichen Anerkennungsverfahren - im besten Fall auch mit dem 30. Lebensjahr zu vollenden (18 plus 6 plus 6). Der grösste Nachteil der nicht koordinierten Lösung ist der, dass zwischen Beendigung des Medizinstudiums und dem Beginn der Facharztausbildungszeit im besten Fall 6 Jahre vergehen.
Die meisten U.S. Programme sind so ausgerichtet, dass die Absolventen in der Zukunft entweder
- (a) als innovative Ärzte die Relevanz einer klinischen pathophysiologischen Beobachtung erfassen und diese in ein wissenschaftlich korrekt definiertes Projekt im Labor bearbeiten können (molecular investigation); oder
- (b) Forschungsergebnisse in Patente und pharmazeutische Industrieprojekte entwickeln können (pharmaceutical development); oder
- (c) technische Fortschrittsmöglichkeiten voraussehen können und die Entwicklung dieser dann selbst einleiten (biomedical engineering); oder
- (d) als Bindeglied zwischen der Biomedizin und dem Kapitalmarkt neue Nischen entdecken und quervernetzende Projekte zum Entstehen bringen (project management). Ein mit dem letztgenannten verwandtes Pilotprojekt, das "M.D.-M.B.A. Program", das die Ausbildung an der Medical School und Business School der Harvard University verbindet, ist vor kurzem ins Leben gerufen worden.
Es ist in Nordamerika unbestritten, dass sich dieses Modell in unzähligen Fällen bewährt hat. Ein Paradebeispiel ist der Fall der Frau Dr. Mel Feany, einer jungen Neuropathologin am Brigham and Women's Hospital. Sie hatte sich im Rahmen ihrer Ph.D. Ausbildung für das Erlernen der angewandten molekularen Genetik in der Drosophila Fruchtfliege entschieden, auch zur Überraschung ihrer medizinischen Betreuer, die von ihrem Interesse an der menschlichen Neuropathologie wussten (M. Feany und Autor, persönlicher Gedankenaustausch). Dr. Feany hatte die visionäre Vorstellung der Verwendung der Fruchtfliege im Studium jener vor kurzem entdeckten Gene, die familiäre Formen von Demenz- und Parkinson-Syndrome im Menschen auslösen können. Innerhalb kürzester Zeit hat sie nach Ablegung ihrer Facharztprüfung in Neuropathologie de facto alleine klinisch interessante, biologisch relevante und pharmazeutisch brauchbare Tiermodelle des Parkinson Syndroms und einer Demenzform hergestellt [Ref. 3].
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Ein neues, gestaffeltes Doppelstudium für die Biomedizin an der Universität Wien
Die dringende Notwendigkeit einer gezielten Heranführung des medizinisch-wissenschafltichen Nachwuchs in Österreich an die Spitze internationaler Leistungsfähigkeit führte vor kurzem an der Universität Wien zur erstmaligen, strukturierten Einführung eines innovativen, nacheinander gestaffelten Doppelstudiums. Dieses sogenannte 'Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaften' führt zum Erlangen der folgenden akademischen Grade: des regulären Doctor medicinae universae (Humanmedizinstudium, 6-7 Jahre) und des Doctor scientiae medicae (Doktoratsstudium, mindestens 2 Jahre) [Ref. 2]. Ziel ist es, dem promovierten Mediziner die Möglichkeit zu geben eines von vier Schwerpunkt-Programmen auszuwählen, um darin eine professionelle Ausbildung zum biomedizinischen Naturwissenschafter zu erfahren, die den Absolventen zur späteren selbständigen Forschungsarbeit befähigen soll [Ref. 2]. Die bis dato etablierten vier Programme umfassen die Themen
(1) Zelluläre Signaltransduktion;
(2) Dermatologische Zielstrukturen therapeutischer Intervention;
(3) Medizinische Physik; und
(4) Neurowissenschaften [Ref. 2].
Es bleibt dieser Intitiative im Interesse der Zukunft Österreich's von Herzen zu wünschen, dass das Doppeldoktorats-Studium im Rahmen der beschlossenen Autonomie der medizinischen Universitäten ausgebaut wird, nicht behindert wird und sich in Innsbruck und Graz in ähnlicher Form etablieren kann. Dringend notwendig erscheint mir, dass trotz der operativen und finanziellen Trennung der Medizinischen Hochschulen von den naturwissenschaftlichen Fakultäten eine akademisch-didaktische Integration von den diversesten Resourcen im Rahmen des Doktoratsstudium der medizinischen Wissenschaften geschaffen wird, die in ein Erfolgsmodell wächst und nicht als Stiefkind behandelt wird. Die erfolgreiche Lösungsstrategie der nordamerikanischen Universitäten, wie z.B. der Harvard University, kann und soll herangezogen werden (siehe oben). Qualität und Erfolg ergeben sich nicht zuletzt aus der Vielfalt der genutzten Expertisen und deren symbiotischer Integration.
Diese so wichtige akademische Einrichtung für die weitere biomedizinische Entwicklung unseres Landes bedarf einer dynamischen Führungspersönlichkeit mit visionärem Denken, transparenter und implementierter Leistungskontrollen, akademischer Anreize für das verantwortliche Lehrpersonal, finanzieller Unterstützung durch die Industrie, und nicht zuletzt der geeigneten Infrastruktur für die zukünftigen Absolventen. Vielleicht stellt diese österreichische Variante des nordamerikanischen "M.D.-Ph.D. Program" die beste Investition dar um eine Erneuerung der Wiener Medizinischen Schule herbeizuführen [Ref. 4].
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| Jahr/ Semester |
Fach |
| Jahr 1: |
| [Frühlingssemester |
Collegeabschluss, durchschnittlich im Alter von 22 Jahren;
Immatrikulation];
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| Sommerblock 1 |
Hauptvorlesung: Molekularbiologie menschlicher Erkrankungen,
Und erste Laborrotation;
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| Wintersemester |
Beginn der regulären, theoretischen Klinikausbildung
(mit Basisvorlesungen und praktischen Seminaren), plus:
Erste Naturwissenschafliche Basisvorlesung;
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| Frühlingssemester |
Fortsetzung der regulären, theoretischen Klinikausbildung, plus:
Zweite naturwissenschafliche Basisvorlesung;
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| Jahr 2: |
| Sommerblock 2 |
Zweite Laborrotation;
Dritte naturwissenschafliche Basisvorlesung; |
| Wintersemester |
Fortsetzung der regulären, theoretischen Klinikausbildung, plus:
Vierte naturwissenschafliche Basisvorlesung;
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| Frühlingssemester |
Ende der regulären, theoretischen Klinikausbildung plus:
Vierte naturwissenschafliche Basisvorlesung (wenn nötig);
Erstes medizinisches Staatsexamen (USMLE 1) [gemäss dem 2. Abschnitt des Humanstudiums in Österreich]
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| Jahr 3: |
| Sommerblock 3 |
Klinische Pflichtfamulaturen ("clerkships")
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| Wintersemester |
Beginn der eigentlichen Ausbildung zum Naturwissenschafter:
Dritte Laborrotation;
Letzte naturwissenschafliche Basisvorlesung;
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| Frühlingssemester |
Ablegung der naturwissenschaftlichen Vorprüfung
[gemäss dem 1. Abschnitt eines naturwissenschaflichen Abschnitts in Österreich] und
Auswahl des Dissertationslabors und des Themas;
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| Jahr 4 bis Jahr 5: |
| Sommerblock 4 |
Einreichung des Dissertationsthemas beim Beratungskommittee |
| Laufend |
Arbeit am wissenschaftlichen Dissertationsthema unter Anleitung des Doktorvaters
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| Laufend |
Teilzeitfamulatur (1 Halbtag pro Woche) im klinischen Ambulanzbetrieb oder in der Ordination eines niedergelassenen Arztes;
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| Jahr 6: |
| Sommerblock 6 |
Endphase der Forschungsarbeit im Labor (wenn nicht fortgescritten genug, dann im 7. Jahr); |
| Wintersemester |
Verfassen der Dissertation;
Einreichen und öffentliche Verteidigung der Doktorarbeit
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| Frühlingssemester |
Beginn der regulären, praktischen Ausbildung im Medizinstudium;
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| Jahr 7: |
| Sommersemester 7 |
Klinische Pflichtfamulaturen in Innerer Medizin; |
| Wintersemester |
Klinische Pflichtfamulaturen und Intensivpraktika;
Zweites medizinisches Staatsexamen (USMLE 2)
[gemäss dem 3. Abschnitt des Humanstudiums in Österreich]
Aussendung der Bewerbungen um Facharztstelle;
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| Frühlingssemester |
Klinische Famulaturen;
Promotion im Mai/Juni zum: "Medical Doctor (M.D.) und "Philosopical Doctor" (Ph.D.) - durchschnittlich im Alter von 29-30 Jahren.
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| 1 Juli |
Beginn der Facharztausbildung
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siehe auch: MD-Ph.D.Program Harvard Medical School Program Guidelines 2002 (pdf)
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Literaturstellen:
- [1] http://www.hms.harvard.edu/md_phd/index.html
- [2] http://www.univie.ac.at/a090/info/ueberblick.html
- [3] Feany MB and Bender WW. A Drosophila model of Parkinson's disease. Nature 2000 Mar 23; 404:394-8.
- [4] Schlossmacher MG. The life of Eugene Braunwald a remarkable journey that began in Vienna. Wien Klin Wochenschr - The Middle European Journal of Medicine 1998; 1:27-34.
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| Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF): Wir stärken Exzellenz am Forschungsstandort Wien |
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Mittel und Ziele
Die Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten, die unter anderen auch Anteile an der Hypo-Vereinsbank hält, hat Ende 2001 gemeinsam mit Dr. Michael Häupl und DDr. Bernhard Görg den WWTF gegründet. Dem neuen Fonds wurden dabei zwei Drittel der künftigen jährlichen Überschüsse der Privatstiftung gewidmet. Er kann damit in einer mittelfristigen Planungssicherheit mit einem Jahresbudget von durchschnittlich sieben Millionen Euro kalkulieren, die als zusätzliche Fördermittel für den Forschungsstandort Wien eingesetzt werden
Als Wissenschaftsförderer setzt der WWTF diese Mittel nach einem selektiven, strengen Qualitätsansprüchen verpflichteten Vergabeverfahren in exzellente Projekte von sichtbarer Größenordnung ein, um damit das wissenschaftliche Potenzial in und für Wien auszubauen und zu nutzen. Dabei wird in der Definition von thematischen Schwerpunkten, aber auch bei der Projektauswahl darauf geachtet werden, wie weit die Vorhaben für den Standort Wien relevante Beiträge leisten können.
Der WWTF will damit einen Beitrag leisten
- zum Ausbau kritischer Größen am Forschungsstandort Wien,
- zur intensiveren Vernetzung der Wiener Forschungseinrichtungen und Forschergruppen, insbesondere im Rahmen internationaler Partnerschaften,
- zur Verwirklichung mittelfristiger Nutzen- und Verwertungspotenziale für den Standort Wien, sowie
- zur Verstärkung der Ankerfunktion der Forschungseinrichtungen für forschungsintensive Unternehmen am Standort Wien.
Organe und Verantwortungsträger
Die Organe des WWTF haben sich 2001/2002 konstituiert, die Geschäftsstelle des Fonds hat mit Juli 2002 ihre Arbeit aufgenommen.
Der sechsköpfige Vorstand ist das Entscheidungsgremium des WWTF. Neben den beiden Fondsgründer Dr. Michael Häupl und DDr. Bernhard Görg sind die weiteren Vorstandsmitglieder des Fonds Prof. Werner Welzig (Präsident der Akademie der Wissenschaften), Prof. Georg Winckler (Rektor der Universität Wien), D.I. Gerhard Mayr (Vorstandsdirektor von Eli Lilly Pharmaceuticals, U.S.A.) und Dr. Gerhard Scharitzer von der Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten.
Zur Beratung wurde ein 23-köpfiges Kuratorium mit starker wissenschaftlicher Besetzung und VertreterInnen wichtiger gesellschaftlicher Gruppen geschaffen. Zum Vorsitzenden des Kuratoriums wurde der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Wien, Dr. Thomas Oliva, gewählt.
Die operative Geschäftsstelle wird von Dr. Michael Stampfer geleitet.
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Kontext und Strategie
Der WWTF leitet seine Förderungsstrategie aus dem Kontext der österreichischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft und der heimischen Forschungs- und Technologiepolitik ab, sowie aus der besonderen Rolle, die Wien auch als Wissens-Hauptstadt darin zukommt. Als Nischenanbieter versucht der WWTF dabei, im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten seine spezifische Antwort auf die Herausforderungen zu formulieren, die sich aus diesem Kontext ergeben und die in den folgenden Punkten angerissen werden:
- Ressourcen
Österreich gibt rund 4,2 Mrd. Euro für Forschung und Technologische Entwicklung (FTE) aus, das sind etwa 1,95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und entspricht grob dem EU-Durchschnitt. Österreich liegt aber in allen Input- und Outputindikatoren hinter den Ländern, mit denen es sich gerne vergleicht, leider vor allem auch bei den Humanressourcen: Österreich hat zu wenige ForscherInnen.
- Forschungsfinanzierung
Auch wenn sich in den vergangenen Jahren eine stärkere Programm- und Outputorientierung breit macht, ist die Forschungs- und Technologiepolitik in Österreich immer noch stark durch ungerichtete Dauerfinanzierungen und kurz- bis mittelfristige Projekt- und Programmfinanzierungen geprägt: Die Forschungsfinanzierung soll mehr auf Langfristigkeit und internationale Sichtbarkeit achten.
- Universitäten
In der wissenschaftsorientierten Forschungslandschaft dominieren die Universitäten. Ihnen wird durch das Universitätsgesetz 2002 u.a. die Chance geboten, ihre bisher oft kleinteilig organisierte und sehr breit gefächerte Forschung stärker auf größere Dimensionen zu fokussieren. Diese für den Forschungsstandort Wien positiven Entwicklungen gilt es zu verstärken.
- Unternehmen
Die österreichische Unternehmenslandschaft ist in ihrem Innovationsverhalten stetig, aber kurzfristig und auf schrittweise Verbesserungen bestehender Basisinnovationen orientiert. Die Forschergruppen sind in der Regel klein, die forschenden Unternehmen meist mittelbetrieblich oder wenn größer in der Hand von ausländischen Müttern: Leitbetrieben und kleineren Unternehmen muss ein adäquates Forschungsumfeld geboten werden.
- Wien
Wien ist die Hauptstadt der österreichischen Forschung. Etwa die Hälfte der ForscherInnen Österreichs arbeitet hier. Das hat vor allem mit den Universitäten zu tun, aber es finden sich auch bedeutende außeruniversitäre Einrichtungen und zahlreiche größere betriebliche FTE-Abteilungen. Tradition, Zukunftspotenziale und besonders die sich herausbildende Großregion mit den mitteleuropäischen Nachbarn tragen viel Phantasie in sich: Wien weist viele Stärken auf, die es noch auszubauen gilt.
- Stärkefelder
Wien betreibt seit einigen Jahren eine aktive Technologiepolitik. Das betrifft vor allem die großen Infrastrukturvorhaben der letzten Jahre (Tech Gate, Bohrgasse), aber auch die Schwerpunkte der betrieblichen Innovationsförderung des WWFF. Von den thematischen Stärkefeldern, die besondere Unterstützung erfahren (haben), sind Biotechnologie und Informations- und Kommunikationstechnologien hervorzuheben: Stärken verstärken ist eine wichtige Philosophie der Technologiepolitik der Stadt und prägt auch den WWTF in seiner Aufgabenstellung.
- Firmenförderung
Angesichts der starken Unterstützung der über 200 forschenden Wiener Unternehmen durch WWFF, FFF und andere Instrumente wie Cluster- oder Eigenkapitalprogramme wird die Positionierung des WWTF nicht darin gesehen, als ein weiterer Unternehmensförderer aufzutreten: Der WWTF soll keine direkte Firmenförderung betreiben.
- Wissenschaftliche Forschung
Die Analyse der wissenschaftlichen Forschungslandschaft in Wien aber weist einem neuen Förderungsfonds wie dem WWTF ein klares Aufgabengebiet zu: Die wissenschaftliche Forschung stellt erstens ein noch stärker zu hebendes Potenzial für die Entwicklung der Stadt dar. Zweitens hat sie die Funktion eines wichtigen Ankers für die Wiener Unternehmenslandschaft: Gute AbsolventInnen und gute Forschungskooperationen helfen mit, wichtige Unternehmen mit Forschungskapazität in Wien zu halten oder nach Wien zu bringen. Drittens bedarf es dabei aber stärkerer Steuerungssignale hin zu internationalen Größenordnungen, zu mehr Qualitäts- und Outputorientierung, zu mehr organisatorischer Intelligenz.
- WWTF: Qualitätssignale
Dies sollte daher die Aufgabe des WWTF sein: Qualitätssignale senden und verstärken. Der Fonds will dazu beitragen, größere und stärkere Forschergruppen zu schaffen und den betreibenden Einrichtungen Anreize zu mehr Exzellenz und besseren Strategie- und Organisationskapazitäten zu geben. Damit trägt er direkt und indirekt auch zur Standortpolitik bei.
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Schwerpunkte und Instrumente
Der WWTF wird seine Förderinstrumente im Rahmen von Schwerpunkten einsetzen. Dies bedeutet, dass es zu gewissen Themen oder Problemstellungen Ausschreibungen (Calls) geben wird, zu denen sich die Akteure der Wiener Wissenschaft bewerben. Diese Schwerpunkte können themenspezifisch (z.B.: Life Sciences) oder problemspezifisch sein. Ein gewählter Schwerpunkt ist für einige Jahre offen und es kann mehrere Calls zu diesem Schwerpunkt geben.
Im Rahmen dieser thematischen Ausschreibungen wird der WWTF vor allem zwei Förderungsinstrumente zum Einsatz bringen: größere wissenschaftliche Projekte mit Verwertungsperspektive und Stiftungsprofessuren. In beiden Fällen sollen die Antragssteller aus dem wissenschaftlichen Bereich stammen.
- Größere Projekte mit Verwertungsperspektive: Damit sind Projekte in der Grundlagenforschung gemeint, die eine mittelfristige wirtschaftliche oder gesellschaftliche Verwertungsperspektive haben. Die Förderung umfasst Personal-, Investitions-, Vernetzungs- und Managementkosten in einer Projektlaufzeit von zwei bis vier Jahren. Die Mindestprojektsumme liegt bei 200.000 Euro, die WWTF Förderung kann bis zu einer Million Euro betragen.
- Stiftungsprofessuren: Exzellente Wiener Forschergruppen und Institutionen sollen durch weitere exzellente Personen mit MitarbeiterInnen gestärkt werden. Die Professur, eine kleinere Arbeitsgruppe (Post-Docs und PhDs), laufende Kosten und einige Erstinvestitionen können auf zwei bis fünf Jahre mit einer nennenswerten Summe finanziert werden. In Österreich existiert noch kein vergleichbarer Förderungsansatz. Dieses Instrument wird voraussichtlich ab Herbst 2003 zur Verfügung stehen (Anm: Inform@ionen wird über die Ausschreibungen im Herbst 2003 berichten der WWTF bittet, Anfragen erst nach der Ausschreibung zu formulieren).
Ergänzende Instrumente können in kleinerem Umfang inner- und außerhalb von Schwerpunkten zur Unterstützung der Hauptaufgaben des WWTF eingesetzt werden. Die maximale Förderhöhe liegt bei 50.000 Euro.
Kriterien und Richtlinien
Der WWTF fördert auf der Basis seiner Satzung qualitativ hochwertige wissenschaftliche Vorhaben am Forschungsstandort Wien.
Förderungswerber können -universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ebenso sein wie ForscherInnen als Einzelpersonen oder in Gruppen. Unternehmen sind soweit antragsberechtigt, als sie Teilnehmer/Mitfinanciers eines Konsortiums aus Förderungswerbern unter Leitung eines wissenschaftlichen Hauptantragstellers sind.
Die Förderstrategie des WWTF stellt einen hohen Qualitätsanspruch. Dieser schlägt sich in einem stringenten Kriterienkatalog nieder, der auf drei Prinzipien aufbaut.
- Exzellenz steht dabei im Zentrum. Sie ist im Kompetenzniveau der Forschergruppen ebenso gefordert wie in der Qualität der geförderten Vorhaben, in der Professionalität der Förderungsansuchen genauso wie in den Managementleistungen der Förderungswerber.
- Sichtbarkeit als Kriterium prüft die Eignung der eingereichten Vorhaben zum Auf- und Ausbau signifikanter Größenordnungen.
- Verwertungsperspektive als Kriterium prüft den Anspruch, dass aus dem Vorhaben mittelfristig Anwendungen erwachsen können, die eine wirtschaftliche Verwertung oder eine gesellschaftliche Nutzenstiftung am und für den Standort Wien versprechen. Dies setzt aber auch den Nachweis entsprechender Konzepte für Publikations-, Schutz- und Verwertungsstrategien voraus.
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Ihre verbindliche Ausformung erfahren diese Kriterien in den vom WWTF-Vorstand erlassenen Richtlinien für die Förderung. Diese gewährleisten die Sichtbarkeit, Nachvollziehbarkeit, Qualität und Struktur der Fondsarbeit.
Die Richtlinien geben in erster Linie die Verfahren und Regeln des WWTF vor (wie wird eingereicht, geprüft und entschieden). Sie orientieren sich an den Standards vergleichbarer in- und ausländischer Förderungseinrichtungen und garantieren, dass die Entscheidungen auf der Basis eines transparenten Verfahrens getroffen werden.
Für die Förderungswerber besonders zu beachten sind dabei die auf der Basis der Richtlinien zu erstellenden Leitfäden für die Förderungswerber, die von Schwerpunkt zu Schwerpunkt variieren. Der durch die Richtlinien klar strukturierte und transparente Vergabeprozess im Wettbewerbsverfahren ist Garant für die Erfüllung der Qualitätsansprüche. Die externe Begutachtung der Anträge durch im Ausland tätige ExpertInnen und ihre Auswahl durch die WWTF KuratorInnen ist dabei ein zentrales Element.
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M. Stampfer, G. Murauer
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